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Studienreise zu einem besonderen Kapitel der Architektur

Studienreise zu einem besonderen Kapitel der Architektur

Wismar, Bad Doberan, Rostock, Stralsund, Güstrow, Schwerin, Lübeck, Ratzeburg und Jerichow sind die Stationen einer Studienreise der KEB zum Thema „Backsteingotik“. Begleitet wird die Reise von Baudirektor Marschall.

Die Katholische Erwachsenenbildung Saarpfalz (KEB) lädt zur Studienreise "Backsteingotik" nach Wismar, Bad Doberan, Rostock, Stralsund, Güstrow, Schwerin, Lübeck, Ratzeburg und Jerichow ein. Sie findet vom 18. bis 22. Juli unter Leitung von Baudirektor Hans-Günter Marschall statt.

Die Studienreise erschließt ein ganz besonderes Kapitel der Architekturgeschichte: die "Backsteingotik". Der Backstein ist, neben dem Holz, ein Baumaterial, das benutzt wird, seitdem der Mensch baut. In den regenarmen Ländern wie Mesopotamien oder in Nordafrika wurden die Lehmziegel luftgetrocknet verwendet. Diese waren ohne große Mühe herzustellen, hatten aber den Nachteil, dass sie nicht feuchtigkeitsbeständig waren. Um den Backstein auch in regenreichen Gegenden verwenden zu können, wurden die Steine in großen Öfen bei 1000 Grad gebrannt. Dies erforderte aber einen enormen Holzbedarf. Deshalb wurden, wo bearbeitbare Natursteine (Sandstein, Kalkstein) vorhanden waren, diese verwendet. Wo es nicht genug Natursteine gab, wurden Backsteine verwendet. Aber dies war nur einer der Gründe für die Verwendung von Backsteinen. In der Militärarchitektur wurde der Backstein verwendet, weil er vor Ort in ausreichender Menge hergestellt werden konnte. Auch die handliche Form, das geringe Gewicht des Einzelsteines machten das Material zu einem idealen Baustoff. Der Nachteil, dass die Steine nach dem Brand (fast) nicht zu bearbeiten waren, wurde durch vielfältige Formen bei der Herstellung ausgeglichen, dies vor allem bei den Sakralbauten im Ostseeraum. Von den Römern wurde Backstein zusammen mit Natursteinen verwendet und zwar nicht nur bei Militärbauten sondern auch an Profan- und Sakralbauten. Der größte römische Backsteinbau nördlich der Alpen ist die Palastaula in Trier, die Basilika. Der größte Sakralbau, der in Backsteinarchitektur ausgeführt wurde, ist die Kathedrale Sainte-Cécile in Albi. Die Backsteingotik konnte sich dank des mittelalterlichen Städtebundes, der Hanse, verbreiten. Lübeck, als "Königin der Hanse", war mit seiner Kirche St. Marien Vorbild für weitere Sakralbauten in Wismar, Rostock, Stralsund, Neubrandenburg, Gdansk (Danzig), Riga und im gesamten Ostseeraum. Das Mittelschiff von Lübecks St. Marien ist mit 40 Meter das höchste Backsteingewölbe der Welt und die Kirche selbst die drittgrößte Deutschlands.

Informationen zur Reise

Die Jerichower Klosterkirche ist der älteste Backsteinbau Norddeutschlands. Er ist nach 1144 entstanden, noch im Stile der Romanik. Davon zeugen unter anderem das runde Kreuzgewölbe und die runden Bögen der Fenster. Das Bad Doberaner Münster ist das bedeutendste gotische Bauwerk in Mecklenburg-Vorpommern. Es wurde ab 1294 im hochgotischen Stil nach dem Vorbild französischer Kathedralen errichtet. Ausführliche Informationen zu den Reisezielen Reise werden im Reisebegleiter geboten. Bewährt hat es sich den Mittagshunger mit einem Lunchpaket zu stillen und beim gemeinsamen Abendessen den Tag ausklingen zu lassen.

Infos und Anmeldung erbeten bis 5. Mai bei der KEB, Tel. (0 68 94) 9 63 05 16 oder E-Mail: kebsaarpfalz@aol.com