Streusalz-Order fällt diesmal aus

Nur ein Bruchteil des Streusalzes, das der Winterdienst in einem normalen Jahr benötigt, ist in den vergangenen Monaten verbraucht worden. Die Salzlager sind fast voll, die Kommunen der Region sparen dank des milden Winters viel Geld.

Der Winter war mild, die Straßen nur selten glatt, so wundert es nicht, dass die Kommunen prall gefüllte Salzlager haben. Die Stadt St. Ingbert verbrauchte diesen Winter 100 Tonnen Streusalz, im vergangenen Jahr waren es 1600 Tonnen. Das teilt der St. Ingberter Bauhof-Chef, Christoph Anstatt, auf Anfrage unserer Zeitung mit. "Wir haben noch so viel Salz auf Lager, dass wir in diesem Jahr nichts mehr dazu kaufen müssen", so Anstatt weiter. "Das wird sich natürlich auch auf den Haushalt auswirken." Normal kostet das Streusalz in St. Ingbert jährlich zirka 140 000 Euro. "Dieses Jahr haben wir 120 000 Euro gespart." Die Personalkosten und die Fahrzeuge für den Winterdienst schlagen bei der Stadt St. Ingbert bei einem strammen Winter mit 160 000 Euro zu Buche. "Da haben wir dieses Jahr natürlich auch jede Menge gespart. Wie viel, kann ich derzeit noch nicht sagen", so Anstatt weiter. An zwei Tagen seien die Fahrzeuge und Handstreuer in diesem Winter im Dienst gewesen. An 33 Tagen habe man insgesamt gestreut. "An 31 Tagen haben wir allerdings lediglich morgens zwischen vier und sieben Uhr gestreut. Das hat der Otto-Normalverbraucher gar nicht mitbekommen."

Die Mitarbeiter des St. Ingberter Bauhofes haben aufgrund des milden Winters nach den Worten ihres Chefs viel erledigt bekommen, was sich "angestaut" hatte. Anstatt: "Wir waren viel im Tiefbau tätig und die Gärtner haben sich der Baumpflege gewidmet."

Blieskasteler Salzlager voll Im Winterdienst der Stadt Blieskastel gab es keine kompletten Einsätze des gesamten Personals und keine Einsätze der drei vorgesehenen Fremdfirmen. So teilt es Stadtpressesprecher Jens Welsch auf Anfrage mit. Er sagt: "Es gab nur Kontrollfahrten beziehungsweise einzelne Streueinsätze bei lokaler Glättegefahr." Dementsprechend ist auch in Blieskastel das Salzlager noch voll und es muss bei einem "normalen Winter" kein Salz dazugekauft werden. "In diesem Winter wurden zehn Tonnen Salz verbraucht. Im Winter zuvor waren es 500 Tonnen", so Welsch weiter. Er berichtet, dass der Winterdienst in diesem Jahr rund 26 000 Euro gekostet habe, vergangenen Winter seien es 448 000 Euro gewesen.

Zwölf Einsätze hatten die Leute um Heiko Rebmann in diesem Winter. Er ist der Hauptamtsleiter der Gemeinde Gersheim. Im vergangenen Jahr waren es 99 Einsätze. "Wir haben 15 Tonnen Salz benötigt", sagt er im Gespräch mit unserer Zeitung. Der Winterdienst hat in Gersheim 14 940 Euro gekostet. "Wir haben das Salz aus der letzten Saison aufgebraucht und unser Lager ist derzeit noch zu 90 Prozent gefüllt", so Rebmann weiter. Im Jahr zuvor hat das Ganze 57 300 Euro gekostet und man musste noch Salz nachkaufen.

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