Statiker klärt: Abriss oder Erhalt?

Rohrbach/Homburg. Der Saarpfalz-Kreis hat in einer Stellungnahme die jüngsten Diskussionen um die Zukunft des ehemaligen Hallenbades in Rohrbach aufgegriffen. "Wir haben leider ein sehr marodes Gebäude von der Stadt St

Rohrbach/Homburg. Der Saarpfalz-Kreis hat in einer Stellungnahme die jüngsten Diskussionen um die Zukunft des ehemaligen Hallenbades in Rohrbach aufgegriffen. "Wir haben leider ein sehr marodes Gebäude von der Stadt St. Ingbert übernommen", kommentiert Landrat Clemens Lindemann den Erwerb des Rohrbacher Hallenbades, das der Kreis im Vorjahr gemeinsam mit dem sonstigen Immobilien-Bestand an der früheren Johannesschule übernahm. Damit teilt der Kreis den Eindruck eines "derzeit traurigen Zustands" des ehemaligen Hallenbades, der kürzlich auch seitens der CDU Rohrbach beklagt wurde (die SZ berichtete).Der Chef der Kreisverwaltung versucht aber auch, die Anfrage des CDU-Ortsratsmitgliedes Jörg Schuh zur Zukunft des Bäderbaus einzuordnen. "Ich hätte nie geglaubt, dass das Gebäude, das wir erst vor kurzem von der Stadt St. Ingbert übernommen haben, in einem solch desolaten Zustand sein könnte", betont Landrat Lindemann. Insofern hätte er sich gewünscht, dass Schuh, der die Situation des Gebäudes jetzt beklage, bereits in der Zeit, in der er im Stadtrat noch für die Johannesschule und ihr Umfeld zuständig war, auf nachhaltige Sanierungen gedrängt hätte.

Die Kreisverwaltung kündigte aber auch eigene Schritte an, die die Zukunft des Hallenbades klären sollen. So ist geplant, nach Abstimmung mit dem Kreistag gleich zu Beginn des neuen Jahres ein Gutachten bei einem Statiker in Auftrag zu geben. Der Statiker soll herausfinden, was von dem Gebäudekomplex noch zu retten ist. Für das Gutachten müssten im nächsten Kreishaushalt 15 000 Euro bereitgestellt werden.

Grundsätzlich wolle der Kreis wenigstens die Turnhalle für die Nutzung durch die Erweiterte Realschule erhalten. Für das ehemalige Hallenbad in Rohrbach hat die Kreisverwaltung hingegen nicht viel Hoffnung. Zumal es im Kreis durchaus ernst zu nehmende Stimmen gäbe, die schon jetzt empfehlen, am besten gleich alles abzureißen und besser solide und stabil neu zu bauen. "Einen teuren Zuschussbetrieb will und kann sich der Saarpfalz-Kreis in Rohrbach nicht erlauben", stellt der Landrat klar. Allein die Energiekosten seien horrend.

Generell bietet die Kreisverwaltung aber auch an, sich demnächst mit Ortsvorsteher Hans Wagner (Familien-Partei) und dem Ortsrat Rohrbach zusammensetzen, um eine einvernehmlich getragene Entwicklungsperspektive für den Gebäudekomplex zu erarbeiten. Für den Saarpfalz-Kreis sei es vor allem wichtig, dass die Erweiterte Realschule St. Ingbert-Rohrbach die Gebäude nutzen und der Schulstandort in Rohrbach weiterhin erhalten und attraktiv gestaltet werden kann.

Hintergrund

Das Hallenbad in Rohrbach wurde am 27. April 1974 eröffnet. Mit seinem 25-Meter-Becken und jahrelang auch mit eigener Sauna-Abteilung wurde es bis 2005 genutzt. Der Badbetrieb endete mit der Eröffnung des St. Ingberter "blau". schet

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