Startschuss für Hotel und Seniorenresidenz in St. Ingbert

Große Neuigkeiten für St. Ingbert : Startschuss für Hotel und Seniorenresidenz

Nach drei Jahren Genehmigungsverfahren rund um den Theodor-Heuss-Platz treten die Vorhaben in eine neue konkrete Phase ein.

Der erste Schritt ist getan. Denn die notarielle Beurkundung  hat jetzt stattgefunden. Nachdem der Stadtrat für den Verkauf des Geländes eine Frist zum 30. Juni dieses Jahres gesetzt hatte, entschieden die Investoren, diese nicht abzuwarten. „Wir wollen mit der Annahme des Angebotes ein Zeichen setzen und uns zu dem Projekt bekennen“, sagte Dieter Quack, der die Investoren beim Pressetermin vertrat. Der Verkauf des Geländes am Theodor-Heuss-Platz ist in trockenen Tüchern. „Wir schauen jetzt vorwärts.“

2011 wurde das Projekt zum ersten Mal vorgestellt. Geplant ist, das Drei-Säulen-Modell der Victors-Gruppe umzusetzen, bei dem sowohl ein Hotel als auch eine Seniorenresidenz und die Möglichkeit ambulanter Betreuung in einem Konzept vereint sind. Ähnliche Projekte wurden bereits in Saarlouis und Losheim erfolgreich umgesetzt. 2012 entschied sich der Stadtrat dafür.Und 2015 lag dann schließlich der Bebauungsplan vor. Die Beantragung der Baugenehmigung erfolgte im Juni 2016 – und seitdem blieb es still. Oft kam die Frage, was aus dem Projekt denn jetzt werde.

Im Bild (von links): Dieter Quack, Isabella Müller-Jakobs und OB Hans Wagner. Foto: Selina Summer

Auch Oberbürgermeister Hans Wagner hinterfragte kritisch die Gründe der langen Verzögerungen.

„Sobald die Baugenehmigung da ist, soll zügig mit den Ausschreibungen begonnen werden“, erklärte Quack. Das Problem: Ein derart großes Gebäude sei nicht mit einem Zweifamilienhaus zu vergleichen. „Dort gelten andere Prüfkriterien.“ Die Behörden und Ämter stellen derart umfangreiche Pläne genau auf den Prüfstand. „Alles wird genauestens durchleuchtet.“ Da können auch kleine Änderungen und Missverständnisse monatelange Prüfvorgänge nach sich ziehen. So sorgte zum Beispiel die auf den Plänen eingetragene Betitelung „Foyer“ für einen Flur für Klärungsbedarf. In einem Foyer gelte unter Umständen die Versammlungsstättenverordnung, in einem normal genutzten Flur nicht. Aber auch handwerkliche Details wie ein herausragender Aufzug, der auf den Plänen exakt verzeichnet werden musste, gehörten zu den Details, die eine Kaskade aus Vorgängen nach sich zogen. Besonders in Bereichen des Brandschutzes sei der Aufwand hoch.

„Wir wollen verantwortbar und verantwortlich bauen“, so Quack. Inzwischen gebe es eine Liste, die nun nach und nach abgearbeitet wird. Sobald die Baugenehmigung erteilt wird, solle mit den Ausschreibungen begonnen werden. Im Herbst oder Winter gehe es dann mit den ersten Schritten los. „Möglicherweise ist es notwendig, Bäume zu fällen. Das wird zwischen Oktober und Februar passieren.“ Dann, wenn die Pflanzen nicht mehr austreiben und das Brutverhalten der Vögel nicht gestört wird. Für die St. Ingberter solle das das Zeichen sein, dass es los geht. Der Beginn der Abrissarbeiten ist für kommendes Frühjahr angedacht.

Isabella Müller-Jakobs, Prokuristin der Pro Seniore Unternehmensgruppe, stellte noch einmal einige Details vor. Das Hotel aus dem Drei-Sterne-Segment soll allen St. Ingbertern, Biosphärentouristen, Geschäftsleuten oder auch den Angehörigen der Bewohner der angrenzenden Seniorenresidenz eine Möglichkeit bieten, direkt im Zentrum zu wohnen, ins Restaurant zu gehen, Konferenzen oder private Feierlichkeiten abzuhalten oder ein paar nette Stunden im hauseigenen Biergarten zu verbringen. Insgesamt 51 Seniorenappartements schließen sich dem Komplex an. Alle mit „grünem Wohnzimmer“, also Balkonen, die den Blick über die angrenzende Gustav-Clauss-Anlage bieten. Der Service reiche außerdem von der Pflege bis hin in den ambulanten Bereich. Die Möglichkeiten sind groß, ob nun Orthopädie, Physiotherapie oder Fachpraxen.

Bei der Umsetzung des Bauprojektes soll, so Quack, vor allem auch die örtliche Wirtschaft berücksichtigt werden. Insgesamt liegt die Investitionssumme um die 30 Millionen Euro.

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