Starker Nachwuchs, wenig Geld

Drei Jahre hat ein Sponsor die Jugendarbeit des Saarländischen Judo-Bundes unterstützt. Mit Erfolg: Der saarländische Nachwuchs machte deutschlandweit auf sich aufmerksam. Doch nun ist der Sponsor weg.

"Wir haben dieses Jahr insgesamt sehr gut abgeschnitten. Das gab es schon ewig nicht mehr", freut sich Karin Nonnweiler. Die Präsidentin des Saarländischen Judo-Bundes (SJB) lobt allen voran die positiven Ergebnisse der größten Judo-Talente des Saarlandes. Vor allem dank einer jährlichen 7500-Euro-Spende eines Sponsors konnten in den vergangenen drei Jahren erfolgreiche Judoka wie der deutsche Vizemeister Erik Becker, Jonas Schmitt (beide Klasse U18, über 90 Kilogramm) vom Judo-Club Ford Saarlouis, Florian Penth (U21, unter 90 Kilo) vom JJC Heusweiler und Giuseppa Sagona (U18 weiblich, unter 48 Kilo) vom ATV Dudweiler adäquat gefördert werden. Doch diese Geldmittel gibt es seit der laufenden Saison nicht mehr. "Das tut uns schon weh", muss Hans-Jörg Opp, Lehr- und Prüfungsreferent im SJB und Individualtrainer beim JC Ford Saarlouis zugeben. Denn: "Die spezielle Förderung macht sich jetzt schon bemerkbar. Wir konnten uns eine gute Basis schaffen. Aber wenn die erst einmal steht, kommen die eigentlichen Kosten erst auf einen zu."

Trainerstellen, Fahrten zu Wettkämpfen und Meisterschaften, spezielles und individuelles Training - das alles kostet Geld. Ein neuer Sponsor ist derzeit nicht in Sicht. "Die Trainingsbedingungen sind im Saarland nicht so optimal - vor allem wegen der beschränkten Partner-Auswahl", erklärt Opp: "Wir sind quasi immer gezwungen, weitere Strecken zu fahren, zum Beispiel nach Straßburg, Kaiserslautern oder Rüsselsheim." Vor allem Erik Becker und Giuseppa Sagona haben von den zusätzlichen Trainingseinheiten und speziellen Angeboten profitiert. "Wir haben in fast jeder Altersklasse bei deutschen Meisterschaften Sportler, die vorne mitmischen. Das war zuletzt um die Jahrtausendwende der Fall", weiß Opp.

Zwar tragen auch die Eltern einen Teil der Mehrkosten, allerdings ist mit dem Wegfall des Sponsors eine große Lücke entstanden, die auch dadurch kompensiert werden soll, dass Gelder künftig stärker leistungsorientiert verteilt werden sollen. "Das halte ich bei so einem kleinen Verband, wie wir es sind, für sinnvoll", meint Hans-Jörg Opp.

Wohin die Reise guter Judoka aus dem Saarland führen kann, zeigt Tobias Schirra (Jahrgang 1991, Gewichtsklasse unter 73 Kilogramm). Er studiert in Darmstadt, ist dem Saarland in Sachen Judo aber treu geblieben - sowohl dem JC Ford Saarlouis, als auch dem SJB. Zwei Mal schrammte er bei deutschen Meisterschaften der Herren knapp an einer Bronzemedaille vorbei. Und laut Opp hat er "mit Sicherheit das Potenzial, bei den Deutschen eine Medaille zu holen." Ob das die aktuellen Nachwuchs-Judoka trotz des Wegfalls wichtiger Gelder schaffen können, muss sich erst zeigen.