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Stadtwerke St. Ingbert und die Stadtwerke Bliestal kooperieren

Stadtwerke : Flexibler im sich wandelnden Markt

Gemeinsam gründen die Stadtwerke St. Ingbert und die Stadtwerke Bliestal eine Kooperationsgesellschaft und fassen beide Unternehmen zusammen. Für die Kunden in den vier Kommunen bleibt jedoch alles wie gewohnt.

Eine Zusammenarbeit der Stadtwerke St. Ingbert und der Stadtwerke Bliestal gibt es bereits seit 2010. Software und IT-Ausstattung wird zusammen genutzt, das Material wurde standardisiert, so dass ein gemeinsamer Einkauf und ein gemeinsames Lager die Vorräte reduziert und den Aufwand verringert, und es gibt eine Vereinbarung, sich bei Bedarf Mitarbeiter zu überlassen. Der demografische Wandel und der Fachkräftemangel machen sich auch innerhalb der Personalstruktur bemerkbar. Qualitätsmanagement, IT-Sicherheit und Datenschutz fordern die Unternehmen. Besonders das Kundenverhalten ändert sich. Um auch in Zukunft guten Service und faire Preise bieten zu können, wird die Vernetzung der beiden Stadtwerke künftig noch enger: Die Unternehmen haben beschlossen, eine Kooperationsgesellschaft zu gründen. „Gemeinsam sind wir stärker“, so Hubert Wagner, Geschäftsführer der Stadtwerke St. Ingbert.

Nun entsteht ein Gesamtgebiet mit 65 100 Einwohnern. 21 879 Wasserzähler in den Haushalten, 504 Kilometer Wasserleitungsnetz, 439 Kilometer Gasleitungsnetz, 727 Kilometer Stromleitungen auf Niederspannungs- und 235 Kilometer auf Mittelspannungsebene. 32 596 Verbrauchszählpunkte und 1218 Einspeisezählpunkte für Strom. Das neue Unternehmen wird 114 Mitarbeiter haben. Betriebsbedingte Kündigungen schließen Wagner und sein Kollege Bernhard Wendel, Geschäftsführer der Stadtwerke Bliestal, aus. Dass Mitarbeiter den Arbeitsstandort wechseln, ist nicht ausgeschlossen. Daraus ergibt sich ein weiterer Vorteil der Zusammenlegung. Trotz Mitarbeitern, die den Ruhestand antreten, und Fachkräftemangel entsteht so nicht so schnell Unterbesetzung. Kollegen aus dem jeweils anderen Unternehmen können den Wegfall abfangen. Die Verhandlungen mit den Mitarbeitern sind bereits in vollem Gange, die Betriebsratsvorsitzenden beider Unternehmen, Lorena Kretschmer aus Blieskastel und Wolfgang Stahl aus St. Ingbert, nahmen am Pressetermin ebenfalls teil.

Und was bedeutet das alles nun für die Verbraucher? Die drei Stadtorte in Blieskastel, St. Ingbert und Gersheim bleiben bestehen. Die Geschäftsführer der jeweiligen Stadtwerke werden zu gemeinsamen Geschäftsführern der Kooperationsgesellschaft. Die Veränderungen sind also hauptsächlich organisatorischer Natur. Beide Stadtwerke sind weiterhin der Ansprechpartner vor Ort und kümmern sich um die Versorgung der Region. „Unser Ziel ist es, von den Stärken des jeweils anderen zu profitieren, um bei gleichbleibendem Beschäftigtenstand noch mehr zu erreichen und die neuen Aufgaben des Energiemarktes zu meistern“, so Hubert Wagner. Bernhard Wendel fügt hinzu: „Die bisherige Zusammenarbeit war der erste wichtige Schritt. Doch der Druck im Energiemarkt und die täglich wachsenden Herausforderungen machen es uns als lokale Stadtwerke nicht einfach.“ Beteiligt waren auch die weiteren Anteilseigner der Stadtwerke, Enovos und Pfalzwerke, vertreten durch Frank Barbian und Thomas Münz.

Die Aufsichtsräte beider Stadtwerke gaben bereits im Dezember ihre Zustimmung. Das Einverständnis der Stadträte aus St. Ingbert und Blieskastel sowie des Gemeinderats in Gersheim liegt ebenfalls vor. Als nächstes steht die Gründung der Kooperationsgesellschaft an. Bis Mitte April soll die notarielle Beurkundung abgeschlossen sein. Der Beginn der operativen Zusammenarbeit ist dann 2020 geplant.