Stadtrat St. Ingbert gibt höhere Zuschüsse für Filmfestival "filmreif!"

Stadtrat : Festival „filmreif!“ bekommt mehr Geld

Stadtrat genehmigte höheren Zuschuss, auch wenn die Verwaltung große Bedenken äußerte.

Das Bundesfilmfestival Junger Film „filmreif!“ zog eine Vielzahl junger Filmemacher und Kinogucker nach St. Ingbert – und das schon im zweiten Jahr. Waren zur Premiere rund 2200 Besucher in die Mittelstadt gekommen, so waren es 2019 drei Mal soviel. Damit verbunden war eine Menge Arbeit im Vorfeld und auch während der Veranstaltung, die neben Pfanne und Jazz-Festival zur dritten festen Säule im St. Ingberter Kulturkalender werden soll.

Auch den Initiatoren Jörn Michaely und Fabian Roschy samt ihrem Orgateam wäre daran gelegen „ihr Baby“ auch weiterhin in St. Ingbert (auf-)wachsen zu sehen, doch dafür muss ein Budget vorhanden sein, mit dem man schon jetzt an die Planungen für das dritte Event dieser Art im kommenden Jahr gehen kann. Außerdem ist laut Roschy „jetzt der Punkt gekommen, das Festival zu professionalisieren“. Im Stadtrat, wo die beiden jungen Männer zu Gast waren, wurde die Frage diskutiert, ob eine Möglichkeit für die Aufstockung der Finanzierung des Filmfestivals besteht. Denn nachdem im ersten Jahr das komplette Team ehrenamtlich arbeitete, gab es im zweiten Jahr einen Zuschuss durch die Stadtverwaltung in Höhe von 50000 Euro. Dieser wurde unter anderem genutzt, um mit einem größeren Helferpool eine Honorarvereinbarung abzuschließen sowie den Filmschaffenden wenigstens eine kleine Aufwandsentschädigung zahlen zu können. Gemäß Kostenkalkulation der Organisatoren und der zu erwartenden weiteren Vergrößerung des Festivals reichen diese Mittel jedoch künftig nicht mehr aus. Außerdem gestalte sich die Gewinnung von Sponsoren deutlich schwieriger als bisher angenommen.

Der Geschäftsbereich 2 im Rathaus, der für die Finanzen zuständig ist, verwies in seiner Argumentation auf die angespannte Finanzlage der Stadt. Diese werde sich auch nicht verbessern, da für den Planungszeitraum 2019 bis 2022 mit deutlichen Mindereinnahmen bei der Gewerbesteuer sowie beim Gemeindeanteil an der Einkommensteuer zu rechnen sei. Auch unter Einbeziehung der investiven Mittel, die die Stadt im Rahmen des Saarlandpaktes bekomme, wäre die Liquidität für die Festivalfinanzierung nicht gegeben. Bereits ohne die finanzielle Unterstützung der Veranstaltung sei der derzeitige Haushaltsplan im Planungszeitraum 2021/22 nicht genehmigungsfähig. Schon jetzt gehe die Verwaltung von einem Finanzierungsstau von 100 Millionen Euro aus. Trotz dieser Zahlen hofften Roschy und Michaely auf eine Aufstockung, „die ein schönes Zeichen wäre, nicht an der Kultur zu sparen sondern in sie zu investieren“. Auch für Oberbürgermeister Hans Wagner war „filmreif!“ eine schöne Sache, aber „der Kämmerer kann keine zusätzlichen 100 000 Euro aus dem Ärmel schütteln“.

„Wir haben einen Deckungsvorschlag mitgebracht. Wir wollen es decken über eine Minderabgabe bei der Kostenstelle ,Kostenerstattung für Vereine und Verbände‘“, sagte Frank Breinig (CDU). Damit wolle man dem Veranstalter Planungssicherheit geben. Thomas Magenreuther (CDU) fragte nach dem Stand der Abrechnung des vor einem Monat zu Ende gegangenen Festivals. Noch ist die Endabrechnung nicht fertig, aber Fabian Roschy schätzt die Ausgaben auf rund 118 000 Euro, so dass man im kalkulierten Rahmen bleibe. Auch die SPD war dafür, die Finanzen aufzustocken. Das Engagement der Organisatoren wurde mit einem einstimmigen Beschluss des Stadtrates zur Aufstockung des Festivals belohnt.

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