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Stadtgärtnerein im Kampf gegen Hitze und Trockenheit

Anhaltende Hitze : Das Gießen ist jetzt die erste Gärtnerpflicht

So verhindert die Stadtgärtnerei in der Mittelstadt St. Ingbert, dass Blumen und Bäume in der anhaltenden Hitze vertrocknen.

Die Hitze stresst Mensch und Tier und unsere Pflanzen ebenfalls. Aus diesem Grund konzentrieren sich die Gärtner der Stadt St. Ingbert seit Tagen aufs Gießen und werden auch weiterhin mit vier Mann und den dazugehörigen Tankwagen im Stadtbild präsent sein, damit der Sommerflor nicht zum Trauerflor verwelkt.

Das Risiko, das Pflanzen und Gräser vertrocknen, ist derzeit nämlich besonders groß, sagt Gärtnermeister Albrecht Breyer, der sich am vergangenen Wochenende über etwas Regen freute, weil dieser vor allem das Rückhaltebecken auf dem Gärtnereigelände am Alten Friedhof auffüllte. Nach den Wettermeldungen seien keine nennenswerten Niederschläge in den kommenden Tagen zu erwarten, die Rundreise mit den Wasserautos gehe also weiter.

„Die Rasenflächen wässern wir nicht. Die werden halt braun. Aber das übersteht der Rasen ohne Probleme. Spätestens im Frühjahr ist alles wieder grün“, sagt Breyer, der sich eher Sorgen um frisch gepflanzte Bäume macht. Die stünden oft im Bereich der Bürgersteige und hätten durch die Straßenflächen rundherum ohnehin weniger Wasser. Dazu komme die Belastung durch Streusalz im Winter, das im Sommer Feuchtigkeit binde, wenn es nicht ausreichend ausgewaschen werde. Hier sei das Gießen unerlässlich, trotzdem seien einige wenige Bäume nicht angegangen.

Der Stadtgärtner zeigt auf einen Setzling in Rentrisch, dessen Krone kein einziges Blatt mehr hat. „Aber es gehen auch bei gutem Wetter nicht alle Bäume an“, so der Experte, der nicht in Alarmstimmung ist. Durch die regelmäßige Bewässerung habe man die Grünanlagen im Griff. Und noch sei genug Regenwasser im Rückhaltebecken, wo man schon im Winter für die Sommerbewässerung sammele. Zwei Wochen werde das noch ausreichen, erst dann werde man auf das Stadtwasser aus den Hydranten ausweichen müssen.

Kurioserweise seien Fische in dem Regenbecken, weshalb man es nicht mehr komplett auspumpen könne. „Ob Enten die Fische eingeschleppt haben, oder sie eingesetzt wurden, das wissen wir nicht. Aber wir sorgen dafür, dass genug Wasser verbleibt“, erzählt Breyer. Die Wiesenflächen werden im Jahr normalerweise sechs Mal gemäht, in diesem Jahr sei man mit vier Rasenschnitten ausgekommen. „Und wie es aussieht, bleibt es dabei“, sagt der Gärtnermeister und sieht darin einen Beleg für die langen Trockenphasen.

Auf einigen Flächen wird allerdings gar nicht gemäht, nämlich dort, wo die Stadt Blühwiesen angelegt habe. Dort kommt der Rasenmäher erst im September zum Einsatz, dann wird der Schnitt einige Tage liegengelassen, damit die Samen herabfallen können, bevor das Heu abtransportiert werde, um den Nährstoffgehalt der Blühwiesen niedrig zu halten. „Sonst setzt sich das Gras immer wieder durch“, sagt der Fachmann.

Mit der Trockenheit haben aber auch Schädlinge leichtes Spiel. Der Buchsbaumzünsler habe die Buchsbäume massiv geschädigt. „Für barocke Gartenanlagen ist das eine Katastrophe, in St. Ingbert hatten wir nur wenige Buchshecken. Und auch bei den Pilzinfektionen der Eschen haben wir Glück. Unsere Eschen stehen offensichtlich weit genug von infizierten Wäldern entfernt. Den Eschen in der Talaue St. Ingbert und der Ensheimer Straße geht es im Gegensatz zu denen in Waldlagen prächtig“, sagt Breyer. Sein Kollege Peter Weber greift unterdessen zum Schlauch und wässert Setzlinge. 1000 Liter hat er auf dem Wagen, bis zum Feierabend wird er noch einige Male nachtanken.