Leserbrief: Stadtentwicklung braucht ihre Zeit

Leserbrief : Stadtentwicklung braucht ihre Zeit

Gelände Stadtgärtnerei

Kaum haben die Bürger St. Ingberts eine erste Information über die eh schon mehr als dürftigen, weil einseitigen Ergebnisse der Gutachten von MESS und Isoplan erhalten, hat Andreas Gaa schon in dicken Lettern gesagt, wozu er keine Gutachten benötigt: Das Potenzial für Baumaßnahmen im großen Stil liegt im Gelände der (Noch-)Stadtgärtnerei. So sein Postulat schon am Morgen nach der Bürgerinformation! Lautstark werben die gerade mal zwei FDP-Mandatsträger im Stadtrat für eine völlig einseitige und isolierte Betrachtung der Sachlage auf Kosten der Mitbewohner Neunkircher Weg und Prälat-Eckhard-Straße.

Da ist keine Rede von an die Wohnsituation angepasster Planung oder gar vom Erhalt von Grünbereichen in St. Ingbert mit einer wertvollen Kastanienallee am Alten Friedhof. Offenbar kann St. Ingbert – zumindest in der Perspektive der FDP – auch diesen neuerlichen Kahlschlag nach der nicht nur optisch verheerenden Blanklegung der Bahntrasse von jeglichem Grün verkraften. Ganz zu schweigen von einer Überlegung hin zu einer gleichmäßigeren Verteilung der Lasten durch Verkehr und Abgas auf alle statt einseitig auf die Bürger des eh schon überbelasteten Neunkircher Wegs; dieser Aspekt interessiert die FDP-Fraktion nicht. Selbst ein Gutachten, das diese Aspekte des Grünflächen-Erhalts oder der Lastenverteilung berücksichtigt hätte – ein großes Manko des Gutachtens – , hätte aber wohl nicht das Interesse der zwei FDP-Mandatsträger wecken können: Ihnen geht es wohl eher um Möglichkeiten der Vermarktung als um eine sozial und ökologisch verträgliche Planung zukünftiger Stadtentwicklung. Der Stadtrat täte gut daran, sich Zeit zu nehmen für die Diskussion einer nachhaltigen Stadtentwicklung, die derartige Schnellschüsse vermeidet und ansässige Bürger, die ihre Lebensviertel durch Hausrenovierungen mit großen finanziellen Belastungen aufwerten, in der Stadt hält und nicht vertreibt.

Das Freizeitzentrum Blieskastel und insbesondere die – später teilweise zurückgenommenen – drastischen Erhöhungen der Eintrittspreise erregte im Jahr 2017 viele Gemüter. Ich möchte aber einfach mal Danke sagen für die sehr lange Öffnung des Freibadbereichs bis weit in den Herbst hinein.

Leider hat man sich bei dessen Wiedereröffnung diesmal auf einen Montag festgelegt, obwohl das Wetter am vergangenen Wochenende nicht zu toppen war. Das lag sicher nicht an den Personen, die im Freizeitzentrum arbeiten. Warum waren die Verantwortlichen so unflexibel?

Wie mir berichtet wurde, gingen seit Donnerstag viele Anrufe von Personen ein, die auf eine frühere Öffnung des Außenbereichs hofften und für die Entscheidungen keinerlei Verständnis hatten. Das Freizeitzentrum in Blieskastel hatte damit sicher einige Besucher weniger.