Stadtbüttel erteilt fünf Hiebe an "Weibsbild"

Stadtbüttel erteilt fünf Hiebe an "Weibsbild"

Blieskastel. Dröge Stadtführungen mit dem Herunterbeten der historischen Daten und Fakten waren gestern. Wenn man als Stadtführer in diesen Tagen erfolgreich sein will, muss man sich schon etwas einfallen lassen, die Stadtführung sozusagen zum Event machen. Seit einiger Zeit hat Siegfried Hess die Figur des Blieskasteler Nachtwächters wieder aufleben lassen

Die junge Dame wurde gerade beim Umgang mit einem Gardisten erwischt und wird nun ihrer Strafe zugeführt. Foto: Erich Schwarz.

Blieskastel. Dröge Stadtführungen mit dem Herunterbeten der historischen Daten und Fakten waren gestern. Wenn man als Stadtführer in diesen Tagen erfolgreich sein will, muss man sich schon etwas einfallen lassen, die Stadtführung sozusagen zum Event machen. Seit einiger Zeit hat Siegfried Hess die Figur des Blieskasteler Nachtwächters wieder aufleben lassen. Und schon die ersten Führungen waren ein großer Erfolg. Nun hat sich aber Siegfried Hess alias Marti Voit aus der Zeit deren von der Leyen etwas Besonderes einfallen lassen. Es gibt einen guten Kontakt der Natur- und Landschaftsführer der Biosphärenregion Bliesgau mit den Kollegen aus dem Naturpark Pfälzerwald/Nordvogesen. Auch Siegfried Hess ist - neben seiner Nachtwächter-Tätigkeit - ausgebildeter Natur- und Landschaftsführer. Seine Kollegen aus der Pfalz hatten an einem Nachtwächterrundgang mit ihm teilgenommen und beschlossen, die historische Stadtführung mit eigens auf Blieskastel zugeschnittenen Theatersequenzen zu bereichern. Fast 200 (!) Personen hatten sich auf dem Paradeplatz und vor der alten Markthalle eingefunden, um an dieser außergewöhnlichen Stadtführung teilzunehmen. Auch Hess - obwohl er sich schon eine Verstärkung aus der Garnison Deuxponts (Zweibrücken) angefordert hatte - war sichtlich überrascht und appellierte an die Disziplin der Teilnehmer.Und tatsächlich hörte man dem Nachtwächter sehr konzentriert zu, auch war "Tuchfühlung" gefragt, wollte man alles verstehen. Unter anderem erklärte Hess auch, dass man eine Garde hatte aufstellen lassen, die auf dem "Paradi-Platz" exerzierte. "Lauter stramme junge Burschen mit Gardemaß", so erläuterte Hess, ließen auch die Herzen der Frauen höher schlagen. Aber Marianne von der Leyen war auf Zucht und Ordnung bedacht, verbot den Damen den Umgang mit den jungen Männern. Aber der Stadtbüttel hatte dennoch eine erwischt, die sich dem Verbot widersetzt hatte. Fünf Hiebe auf den (fast) bloßen Hintern setzte es. Die Dame wünschte zwar dem Büttel alles Böse an den Hals, aber es halfen weder Zetern noch Wehklagen: Es setzte fünf Hiebe, über die sich das "Weibsbild" lautstark beschwerte. Den Gästen der Führung hat es offensichtlich gefallen, noch weitere Szenen wurden gespielt, bevor man sich beim Kloster mit einem Glühwein stärken konnte. ers