Stadtrat: Stadt sucht Beauftragten für Nachhaltigkeit

Stadtrat : Stadt sucht Beauftragten für Nachhaltigkeit

Mit dem ehrenamtlichen Engagement erhofft sich St. Ingbert eine nachhaltige Stadtentwicklung.

St. Ingbert als Biosphärenstadt hat sich der Nachhaltigkeit verpflichtet und schon einiges dafür getan. Diese Bemühungen schlugen sich in der Verleihung des Deutschen Nachhaltigkeitspreises 2017 nieder, bei dem St. Ingbert unter die besten drei Städte mittlerer Größe kam.

Dies war gleichzeitig Ansporn und Verpflichtung, sich auch für den Nachhaltigkeitspreis 2019 zu bewerben. „Die Bewerbung geht noch diese Woche raus“, sagte Oberbürgermeister Hans Wagner in der Stadtratssitzung am vergangenen Donnerstag, bei der es auch um die Bestellung eines Beauftragten für Nachhaltigkeit und dessen Stellvertreters ging.

Dass es solch einen Verantwortlichen geben soll, wurde von allen Fraktionen, außer der Fraktion der Unabhängigen Christdemokraten (UCD), begrüßt. Auch Jürgen Berthold (Die Grünen) lobte das Einrichten einer solchen Stabsstelle, wollte das Ehrenamt aber außerhalb der Verwaltung ansiedeln. Die Verwaltung sei bereits jetzt arbeitstechnisch an ihre Grenzen gekommen. So könne man auch die Innovationskraft der Bürger mehr einbeziehen. Sven Meier (SPD) und Dominik Schmoll (Wir für St. Ingbert) plädierten für einen Beauftragten, der „frei von Fraktionszwängen“ sei. Dies würde bedeuten, dass keine Mandatsträger zum Nachhaltigkeitsbeaufragten bestimmt werden könnten. Dieser Vorschlag wurde jedoch mehrheitlich überstimmt, sodass der Beauftragte durchaus Mandatsträger sein kann. Der Beauftragte werde vom Stadtrat bestimmt und mit einem Budget ausgestattet, über dessen Höhe bisher nichts bekannt ist. Mit dem ehrenamtlichen Engagement erhofft sich die Stadt, die nachhaltige Stadtentwicklung voranzutreiben, die eine zentrale Zukunftsaufgabe für die heutige und künftige Generationen sei. Der Stadtrat verstehe nachhaltige Stadtentwicklung als Querschnittsaufgabe an den Schnittstellen Umweltschutz und Lebensqualität, klimagerechte Energieversorgung und Mobilität, Stadtplanung, Stadtentwicklung und Städtebau, Kultur, Bildung und Soziales, wirtschaftliche Entwicklung und solide Haushalte. Der Beauftragte werde sich an den 17 Zielen der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung der Unesco orientieren, solle deren globale Ziele auf die kommunale Ebene St. Ingberts transformieren und im Dialog mit den Bürgern und Arbeitsgruppen mittel- und langfristige kommunale Ziele für die Stadt entwickeln. Wie weiterhin aus dem Satzungsentwurf hervorgeht, seien die Jahre 2030 und 2050 als Planungshorizonte festgelegt.

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