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Stabsstelle Wirtschaft und „Handel + Gewerbe“ bieten in St. Ingbert Hilfe an

Stadtverwaltung St. Ingbert : Regionale Kleinbetriebe brauchen jetzt Hilfe

Selbstständige mit kleinen Unternehmen trifft die Corona-Krise finanziell besonders hart. Wie helfen die Verwaltungen in solchen Fällen?

Sowohl die Stabsstelle Wirtschaft als auch das Ordnungsamt der Stadtverwaltung St. Ingbert arbeiten in diesen Tagen der Krise unter Hochdruck. Martina Quirin, Leiterin der Stabsstelle Wirtschaft, steht in ständigem Austausch mit lokalen Unternehmen. „Das Telefon steht nicht mehr still. Wir beraten, unterstützen und geben Hilfestellung, wo es nur geht“, so Quirin. Auch Bürgermeister Markus Schmitt, der als Beigeordneter für den Bereich Wirtschaft zuständig ist, informiert sich im Auftrag von OB Ulli Meyer regelmäßig über die Anfragen und Nöte der St. Ingberter Solo- und Kleinstbetriebe, denn sie trifft die Krise derzeit am meisten. „Gerade jetzt ist es wichtig, regionale Kleinbetriebe zu unterstützen, damit sie durchhalten und nach der Krise wieder neu starten können“, so Schmitt, selbst Unternehmer.

Rund 450 Betriebe sind im Gewerbeamt des Gersheimer Rathauses gelistet. Dabei handelt es sich zumeist um kleine und mittelständische Unternehmen. Viele von ihnen können durch die Allgemeinverfügung nicht mehr arbeiten und werden damit schnell an ihre finanziellen Grenzen stoßen. Zudem fehlen auch Arbeitskräfte, da sich innerhalb der Belegschaft oft Personen befinden, die entweder Franzosen oder Deutsche sind, die im benachbarten Lothringen wohnen. Sie sind damit Bewohner des Risiko-Gebietes Grand Est und unterliegen Mobilitätsbeschränkungen. „Direkthilfen sind deshalb dringend notwendig“, meint Gersheims Bürgermeister Michael Clivot. Er will unterstützen, helfen, dass möglichst viele die schwere Zeit finanziell überleben. „Wir sehen die Aufgabe der Gemeinde vorwiegend darin, durch unsere Nähe zu den Betrieben schnell und unterstützend tätig zu werden und beratend zur Seite zu stehen“, definiert er seine Rolle.

Konkret spricht der Verwaltungschef dabei auch an, dass bei existenzbedrohenden finanziellen Engpässen auch Regelungen gefunden werden, „wie wir mit aktuell fällig werdenden gemeindlichen Steuern und Abgaben verfahren“. Möglich sind dabei konkret die Stundung von Vorauszahlungen beispielsweise bei der Einkommens-, Körperschafts- oder Gewerbesteuer, wobei der Messbetrag unkompliziert angepasst werden könne, wenn sich die wirtschaftliche Lage durch die Pandemie verschlechtere. Auch könnte auf Vollstreckungsmaßnahmen oder Säumniszuschläge verzichtet werden. Die Gemeinde will keine Stundungszinsen erheben.

Was das Thema Wirtschaftsförderung angeht, so verweist Maria Vermeulen, Bürgermeisterin der Gemeinde Mandelbachtal, auf den Saarpfalz-Kreis. Im Rathaus in Ormesheim selbst ist dieses Ressort nicht vorhanden. Im Gespräch mit unserer Zeitung spricht die Verwaltungschefin, was das örtliche Gewerbe angeht, vor allem die vielen Gaststätten in den acht Gemeindeteilen an, die sich momentan in finanzieller Not befinden. Einige seien schon auf Lieferservice umgestiegen, um ihre Lage zu verbessern.

1511 Gewerbebetriebe befinden sich aktuell auf dem Gebiet der Stadt Blieskastel, von ein paar wenigen Karteileichen einmal abgesehen. Doch oh Wunder: Laut Pressestelle im Rathaus hat bislang noch kein einziger Gewerbetreibender Rat bei der Verwaltung gesucht. „Keinerlei Rückmeldungen“ heißt es wörtlich. In der Barockstadt verweist man im Übrigen auch auf die Wirtschaftsförderung der Kreisverwaltung.

Das Gersheimer Gewerbegebiet beherbergt viele Firmen, die jetzt durch die Corona-Krise möglicherweise in erhebliche Schwierigkeiten kommen. Foto: Wolfgang Degott

Für weitere Infos und Nachfragen steht die Stabsstelle Wirtschaft St. Ingbert gerne zur Verfügung, Tel. (06894) 13-735 oder wirtschaftsfoerderung@st-ingbert.de. Für Gersheim ist der direkte Weg ins Rathaus über die Corona-Hotline Tel. (06843) 801-801 und über die E-Mail-Adresse corona@gersheim.de möglich.