St. Ingberts Müll steigt gravierend

Oberbürgermeister Hans Wagner hat in der Stadtratsitzung Zahlen des EVS-Wertstoffzentrums vorgelegt. Demnach hat sich die Abfallmenge aus den öffentlichen Papierkörben zu diesem Zeitpunkt des Jahres im Vergleich zum Vorjahr schon mehr als verdoppelt.

Das EVS-Wertstoffzentrum stand auf der Tagesordnung des nichtöffentlichen Teils der Sitzung des St. Ingberter Stadtrates, der am Donnerstagabend im Rathaus zusammenkam. Genauer gesagt sollte es um die Abrechnung des EVS-Wertstoffzentrums aus den Vorjahren gehen. Stadtratsmitglied Adam Schmitt (Grüne) stellte jedoch zu Beginn der Sitzung den Antrag, diesen Tagesordnungspunkt zu "splitten", also einen Teil im nichtöffentlichen Teil zu belassen, den anderen im öffentlichen Teil zu besprechen. Konkret sollte es im öffentlichen Teil um die Abfallmengen gehen, im nichtöffentlichen Teil um die Finanzen.

Daraufhin entstand eine Diskussion, ob es dann nicht sinnvoller sei, diesen Punkt ganz abzusetzen und zu vertagen. Darüber wurde schließlich abgestimmt. Jedoch sprachen sich nur 13 Stadträte dafür aus, den Punkt ganz abzusetzen, 28 waren dagegen, es gab zwei Enthaltungen. Für die Splittung sprachen sich 29 Ratsmitglieder aus, 14 waren dagegen, eines enthielt sich.

Daraufhin reichte Oberbürgermeister Hans Wagner Zahlen nach, nach denen sich die Jahressumme der Papierkorbentleerung in der Stadt mehr als verdoppelt habe.

Müllmenge drastisch gestiegen

Waren es 2015 noch knapp 90 Tonnen, die jährlich den städtischen Papierkörben entnommen wurden, waren es 2016 bis jetzt über 190 Tonnen. Für OB Wagner eine gravierende Erhöhung. Gleichzeitig ist laut der von Wagner vorgelegten Zahlen die Summe der illegalen Müllerablagerungen gesunken. Waren es 2015 knapp 80 Tonnen, sind es in diesem Jahr bis jetzt knapp 65 Tonnen.

Unter den Stadträten entflammte die Diskussion, ob es sich bei dem Hausmüll, der in den Papierkörben der Stadt landete, um illegalen Müll handele. Juristin Ellen Straßberger (SPD ) erklärte daraufhin, dass es nicht illegal sei, Müll in solche Papierkörbe zu entsorgen. Straßberger: "Auch wenn es noch so unmoralisch ist, so ist strafrechtlich dafür niemand zu belangen."

Andreas Gaa (FDP ) bat darum, Gerd Lang, den bei der Stadt für Umwelt und Abfallbetrieb Zuständigen, in Ruhe arbeiten zu lassen und sich die Zahlen am Jahresende, beziehungsweise wenn die Gebührenbescheide an die Haushalte verschickt werden, vorzunehmen.

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