St. Ingberterin malt mit der Lupe

Seit über zwanzig Jahren malt Therese Schleich schon Ölbilder. Eine Ausstellung in St. Ingbert verdeutlicht aufs Neue, wie detailverliebt die Malerin zu Werke geht. In der Blumen- und Bildergalerie Steines können Kunstfreunde das begutachten.

Therese Schleich liebt die klassische Malerei. Das ist jedem klar, der ihre Ausstellung in der Blumen- und Bildergalerei Steines besucht. Schon im Erdgeschoss des Hauses verleiten ihre trefflichen Ölbilder dazu, ein wenig näher zu treten und zu erkunden, ob es sich hier denn nicht doch um Fotografien handelt - so fein strukturiert und genau gezeichnet sind die Darstellungen, so genau das Spiel des Lichtes eingefangen. Doch aus der Nähe betrachtet bestätigen die Details und die Oberflächen der Bilder das, was auf den Schildchen geschrieben steht: Ölgemälde, in technischer Perfektion und zu erschwinglichen Preisen.

"Ich male seit mehr als 20 Jahren mit Ölfarbe, sehr dünn und flüssig und häufig auch mit der Lupe", gibt die 1931 geborene St. Ingberterin preis und erzählt, wie sie zur Malerei gekommen ist. Sie habe zwar als Kind schon gerne gemalt, doch so richtig los ging es erst, als ihr Bruder ihr zum sechzigsten Geburtstag Farbe und Pinsel schenkte. Erst versuchte sie sich mit Aquarellfarben, doch schon bald griff sie zu Ölfarben und begab sich ganz ohne Lehrmeister auf einen künstlerischen Weg, in dessen Fokus bis heute Landschaft, Architektur und Stillleben stehen.

Ihre Motive findet sie in realen Vorlagen wie Blumensträußen und selbst arrangierten Stillleben oder auf Fotos, die auf Reisen oder in der näheren Umgebung entstanden sind. Täglich widmet sich die rege Seniorin viele Stunden der Kunst und ist stolz, bereits 1997 den ersten Preis im Rahmen des zweiten deutschen Kunstpreises der Hobby- und Freizeitmaler in der Sparte "Landschaftsmalerei" erhalten zu haben. "Ich bewundere die alten Meister", bekennt sie, und ein Rundgang durch die Galerieräume im ersten Stock bestätigt dann auch weiterhin, dass sie ihnen gekonnt nacheifert.

Dort gesellen sich zu den schönen bunten Blumensträußen und den idyllischen St. Ingberter Ansichten auch plastisch gemalte Skulpturen, pittoreske Winkel und historische Bauten etwa aus Ungarn, Venedig und Köln. Klassizistische Motive sind zu entdecken, aber auch solche, in denen nach romantischer Manier die Landschaft als Spiegel menschlicher Stimmungen und Sehnsüchte fungiert. Doch meist sind es die Alltagsszenen vergangener Zeiten, die in eine stressfreie Welt der Harmonie an historischen Orten entführen.

Therese Schleich - Landschaftsmalerei und Architektur im historischen Kontext. Bis Ende Juli. Blumen- und Bildergalerie Steines, Kaiserstr. 72, Fußgängerzone, Mo bis Fr, 9 bis 18 Uhr und Sa 9 bis 14 Uhr.

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Zur PersonTherese Schleich wurde 1931 in Friedrichsthal geboren. Seit 1951 wohnt sie in St. Ingbert und widmet sich seit 1991 der Malerei. Sie hatte bereits verschiedene Ausstellungen, auch in Luxemburg, schuf für die St.Ingberter Martin-Luther-Kirche ein Altarbild und ein Friedrichsthaler Motiv für den Saarlandteller. qb