St. Ingberter Pfleger helfen auf Philippinen

St. Ingberter Pfleger helfen auf Philippinen

Sie zahlen pro Person 1500 Euro aus eigener Tasche, nehmen Urlaubstage dafür, um anderen zu helfen und operieren innerhalb weniger Tage 120 Patienten: Ein Ärzte- und Pfleger-Team ist auf den Philippinen, mit dabei ein Pfleger und eine Schwester vom St. Ingberter Kreiskrankenhaus.

Eine Kulisse zum Träumen: Kilometerlange Sandstrände, Palmen, klares Meer, Kokosnüsse, Naturparks und bekannte Tauchgebiete: All das bietet die philippinische Insel Mindoro ihren Touristen. An diese Annehmlichkeiten denken die Ärzte und Krankenpfleger, die sich an diesem Donnerstag Richtung Mindoro aufgemacht haben jedoch nicht. Sie haben eine Liste mit 120 Namen im Gepäck. Die Menschen hinter diesen Namen gilt es, innerhalb von zwölf Tagen zu operieren. Zu dem achtköpfigen Team, das drei Wochen vor Ort sein wird, sind neben einem Arzt und einer OP-Schwester der St. Theresia-Klinik Saarbrücken, dem pensionierten Chefarzt der Chirurgie der St. Theresia-Klinik samt seiner Tochter, die Chirurgin in Nürnberg ist, einer Chefärztin aus Bad Dürkheim, einer Chirurgin aus Köln, auch zwei Mitarbeiter des Kreiskrankenhauses St. Ingbert mit dabei: Anästhesiepfleger Christian Motsch (39) und die Anästhesie-Schwester Sonja Faust (29). In einem Gespräch mit unserer Zeitung berichtete Christian Motsch einen Tag vor Abreise, dass es dieses mal in das "Nest" Roxas geht. "Dort gibt es ein Krankenhaus mit 50 Betten, aber wenig OP-Kapazitäten", berichtete der Anästhesiepfleger. Zudem gebe es keine Anästhesisten vor Ort. Für das Team aus Deutschland heißt es in den kommenden Tagen also, die Ureinwohner (Mangyan) zu operieren. Angefragt wurden sie von den "German Doctors", einer Organisation, die Ärzte in Projekte unter anderem auf den Philippinen entsendet. "Die German Doctors haben uns, als wir 2012 mit unserer Philippinen-Hilfe anfingen, Starhilfe gegeben, und wir haben versprochen, dass wir helfen, sobald sie Unterstützung brauchen", berichtete Motsch.

Dieser Trip kostet die acht Teilnehmer 1500 Euro pro Person für Flug, Unterbringung und Verpflegung. 500 Euro pro Person konnten über Spenden finanziert werden. Auch opfern die Ärzte, Schwestern und Pfleger ihre Urlaubstage und bekommen für diese Hilfe keinen Cent. Allerdings hat das Kreiskrankenhaus seinen Mitarbeitern für den Einsatz vergangenes Jahr auf den Philippinen sechs Tage Sonderurlaub gewährt, der wird jetzt für diesen Einsatz genommen. Aber nicht nur das. Auch der Erlös aus dem Tag der offenen Tür des Kreiskrankenhauses in Höhe von 250 Euro fließt laut Geschäftsführung in dieses Projekt. Zudem wird es laut Geschäftsführer Wolfgang Steil eine weitere Finanzspritze seitens des Kreiskrankenhauses geben.

Krankenpfleger Motsch freut sich darüber, dass das Hilfsprojekt wächst. Er sagte: "Es ist schön, helfen zu können und zu sehen, wo Spendengelder hinfließen." Hier könne man direkt etwas ausrichten. Vor allem die Dankbarkeit der Patienten vor Ort gebe viel zurück.

Sprachprobleme gebe es keine. Laut Motsch gibt es immer genügend Teilnehmer, die fließend Englisch sprechen, den Rest könne man "überbrücken".

Bereits im November steht schon wieder der nächste Einsatz für Motsch und seine Kollegen auf dem Programm. Und zwar vom 21. November bis 13. Dezember. Dann geht es zum "Stammprojekt" auf die Philippinen-Insel Siquijor.

Zum Thema:

HintergrundDie German Doctors leisten freiwillige Arzteinsätze in Entwicklungsländern. German Doctors ist eine international tätige Nichtregierungsorganisation, die unentgeltlich arbeitende Ärztinnen und Ärzte in Projekte auf den Philippinen, in Indien, Bangladesch, Kenia, Sierra Leone und Nicaragua entsendet. Die Ärzte arbeiten in ihrem Jahresurlaub oder im Ruhestand und verzichten auf eine Vergütung. Seit 1983 wurden über 6100 Einsätze mit mehr als 2800 Medizinerinnen und Medizinern durchgeführt. 2013 sind in den aktuell neun Projekten 359 Einsätze geleistet worden - einige Ärzte waren während des Jahres mehrfach im Einsatz. redgerman-doctors.de