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St. Ingbert wurde zwei Tage zur heißen Partyzone

Ingobertusfest : St. Ingbert wurde zur heißen Partyzone

Das Ingobertusfest war ein Erfolg für Standbetreiber und die Gastronomie. Viele Gäste feierten bis in den frühen Morgen.

Ideales Wetter für ein großes Event gibt es wohl nie, aber beim diesjährigen Ingobertusfest kann man schon fast von optimalen Bedingungen sprechen. Die Regenschirme konnten zu Hause bleiben, und wem es zu heiß war, der kam eben am Abend, als sich die Sonne gerade vom Tag verabschiedete, auf die Festmeile. Oberbürgermeister Hans Wagner erinnerte sich bei der Eröffnung am Freitag auf dem Maxplatz wettertechnisch an die vergangenen Jahre: „Vor zwei Jahren war es so heiß, dass hier vorne in den ersten Reihen gar keiner sitzen konnte und alle in den Schatten wollten. 2018 gab es einen Platzregen, da waren auf einmal auch alle Besucher weg.“ Nicht so beim 42. Stadtfest. Die Quecksilbersäule pendelte sich zwar an den zwei Festtagen auf die 30 Grad-Marke ein, aber die Besucher kamen scharenweise, denn die kalten Getränke schmeckten bei der Wärme nochmal so gut. Sie „liefen“ an den Ständen super, so dass beispielsweise beim Ski-Club in der Pfarrgasse schon am Freitag das Bier-Kontingent aufgebraucht war, das eigentlich noch für Samstag reichen sollte. Auf dem Trockenen mussten die Festgäste, die zur Musik des DJ Party machten, trotzdem nicht sitzen. Für Nachschub wurde gesorgt. Wer direkt von Beginn an dabei war, konnte sich sogar sein Freibier auf der Bühne am Maxplatz schmecken lassen. Keine geringere als die amtierende Weinprinzessin von St. Ingberts Partnerstadt Rhodt unter Rietburg, Johanna I., schlug im Beisein ihrer Kollegin Denise, ihres Zeichens Karlsberg-Bierkönigin, Schirmherr Reinhold Jost und dem Ortsbürgermeister von Rhodt unter Rietburg, Torsten Engel, das Fass an. Die Weinexpertin, die erstmals in St. Ingbert war, brauchte nur einen Schlag und der Hahn saß. Engel verwies bei seiner Begrüßung der Gäste darauf, dass die Partnerschaft mit St. Ingbert in diesem Jahr genau 60 Jahre besteht. 1959, als sie aus der Taufe gehoben wurde, seien Hawai und Alaska erst zu den USA gekommen und das Jahr habe einen Jahrhundertwein hervorgebracht. „Das war, glaube ich, weil wir die Partnerschaft ausgerufen haben“, sagte er.

Umweltminister Jost hatte anlässlich des aktuellen Festes eine andere Verbindung zu St. Ingbert gewählt. Er übernahm als Schirmherr die Patenschaft. Es sei ihm eine Freude, in St. Ingbert zu sein, dieser „wunderschönen Stadt“. Diese Aussage quittierten die Festbesucher mit Applaus. Er habe einen internationalen Termin in Luxemburg sausen lassen, nur um das Ingobertusfest einzuläuten. In einer Stadt, die eine ausgeprägte Kulturlandschaft habe, zu der auch die Bergkapelle als Aushängeschild gehöre. Jenes Orchester, das in diesem Jahr seinen 180. Geburtstag feiert und die Veranstaltungseröffnung mit einer kleinen Abordnung musikalisch umrahmte. „Wein und Bier, das gönn‘ ich mir“, waren Josts letzte offizielle Worte zum Fest, das der St. Ingberter Schützenverein traditionell mit drei Salven begrüßte. Während ab 18 Uhr auf vier Bühnen der Punk, beziehungsweise Rock, Schlager oder einfach Stimmungsmusik abging, füllte sich die „Partyzone“, wie ein Gast die Fußgängerzone treffenderweise nannte. Schneller als in den Jahren zuvor seien die St. Ingberter in die „Gänge“ gekommen, fand eine Gastronomin. Und es sei ein gutes Zeichen für Vereine und Geschäfte, wenn es wegen des großen Andrangs kaum noch ein Durchkommen gebe. Doch nicht alle wollten so eng gedrängt auf Tuchfühlung mit anderen Besuchern gehen. Für jene war der Samstagnachmittag wie gemacht. „Es ist nicht so viel Betrieb heute, das ist doch wunderbar“, sagte eine St. Ingberterin, die sächsischen Wein aus St. Ingberts Partnerstadt Radebeul genoss und diesen mit einer Crepe vom Stand der französischen Freunde aus St. Herblain kombinierte.

Der Nachmittag war in Kinderhand, auch wenn Jugendpfleger Jörg Henschke gern noch mehr Kinder im „Bermudadreieck“ begrüßt hätte. Rund 180 kleine Bastler, Entenfischer, Bienenliebhaber, Eismäulchen und Sportskanonen zählte er, wo in manchen Jahren bis zu 400 kamen. „Es ist einfach zu heiß“, vermutete Henschke, warum einige junge Besucher wohl zu Hause blieben oder im Schwimmbad relaxten. Aber das THW hatte wie in jedem Jahr auch einen Pool dabei, auch wenn der nur zum Angeln kleiner Plastikentchen benutzt wurde. Doch bei Sonnenschein geht Wasser immer. Egal in welcher Form. Jedes Kind bekam noch eine kostenlose Kugel Eis – so ließ es sich aushalten.

 Gerne hielten sich die kleinen Festgäste am Samstag am Rande dieses „Gewässers“ auf, das das THW inmitten des Bermudadreiecks geschaffen hatte.
Gerne hielten sich die kleinen Festgäste am Samstag am Rande dieses „Gewässers“ auf, das das THW inmitten des Bermudadreiecks geschaffen hatte. Foto: Cornelia Jung
 Einen heißen Arbeitsplatz hatten Silvia (links) und Andrea beim Viktoria-Förderverein.
Einen heißen Arbeitsplatz hatten Silvia (links) und Andrea beim Viktoria-Förderverein. Foto: Cornelia Jung

In diesem Jahr wurde auch die Rickertstraße im wahrsten Sinne des Wortes wieder bespielt. Die Bühne blieb am Samstagnachmittag verwaist, denn die Parforcebläser wechselten von dem von der Sonne etwas zu sehr geküssten Platz in den gegenüberliegenden Schatten. Auch die Besucher „tröpfelten“ zu diesem Zeitpunkt nur spärlich in den Festbereich ein. Doch später steppte der Bär in der City und ein Gast freute sich, dass St. Ingbert wieder bunter geworden sei. Und das traf nicht nur auf die vielen fröhlichen Menschen zu, die das Fest besuchten, sondern auch auf das bunte Programm und das komplette Fest-Paket, das die Stadt geschnürt hatte.