St. Ingbert treibt Ausbau von Elektromobilität weiter voran

Kostenpflichtiger Inhalt: Mehr Ladestationen : Elektromobilität soll in St. Ingbert weiter ausgebaut werden

Mindestens vier neue Ladestationen für Elektroautos sollen in St. Ingbert errichtet werden. Der Bund fördert mit rund 10 000 Euro.

Deutschland soll zum „Leitmarkt für Elektromobilität“ werden. Ein ehrgeiziges Ziel, welches der Nationale Entwicklungsplan Elektromobilität vorgibt. Untermauert wurde dieses Bestreben nun beim „Autogipfel“ am vergangenen Montagabend, 4. November, in Berlin. Mehr Ladestationen und eine höhere Kaufprämie für Elektroautos sind die Kernergebnisse des Spitzentreffen zwischen Bundesregierung und Autobranche. Mit den höheren Prämien könne die Bundesregierung nach eigenen Aussagen bis zu 700 000 weitere Elektrofahrzeuge fördern. Damit wolle man die Neuzulassungszahlen von E-Autos weiter ankurbeln, die sich noch immer auf einem niedrigen Niveau befinden. Im August waren laut der Regierung rund 220 000 Elektrofahrzeuge zugelassen. Weit entfernt von der einen Millionen, die es laut dem Nationalen Entwicklungsplan bis 2020 eigentlich sein sollten.

In unserer Region sind Elektroautos eher eine Rarität. Doch auch hier tut sich was. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) fördert im Saarland aktuell 41 Projekte in den Bereichen Infrastruktur, Mobilität und Digitales mit einer Gesamtsumme von 12,6 Millionen Euro, wie der Homburger Bundestagsabgeordnete Markus Uhl (CDU) in einer Pressemitteilung berichtet. Alleine zum Ausbau der Ladeinfrastruktur würden 26 Projekte mit rund 800 000 Euro gefördert. Knapp 380 000 Euro gibt der Bund nochmal für neue Elektromobilitätskonzepte und E-Autos dazu. Dass die Förderungen auf fruchtbaren Boden in der Region fallen, zeigen nicht nur die über 400 Elektro- und Hybridfahrzeuge, die aktuell in St. Ingbert zugelassen sind.

Auch das bisherige Netz aus sieben Ladestationen soll nach Plänen der Stadtverwaltung kontinuierlich erweitert werden. „Die Elektromobilität ist für uns ein Baustein, hin zur nachhaltigen Mobilität“, erklärt Hans-Henning Krämer, Klimaschutzmanager der Stadt, die Beweggründe. Nach der neuen Ladestation am Kaufland (wir berichteten) plane man seitens der Stadtverwaltung mindestens vier weitere Stationen für Elektrofahrzeuge einzurichten. So soll in der kommenden Woche ein Auftrag für eine Ladesäule am Leibnizgymnasium in der Koelle-Karmann-Straße vergeben werden, wie Krämer mitteilt. Für weitere geplante Ladestationen in der Pfarrgasse und an der Rohrbachhalle würden vom Bund bereits mehrere Zuwendungsbescheide über knapp 10 000 Euro vorliegen. Zudem habe man aktuell „noch einen Förderantrag für die Oberwürzbachhalle gestellt“, so Krämer. Im Rahmen einer laufenden Studie wolle man außerdem prüfen, unter welchen technischen Voraussetzungen die Umstellung des Ingo-Bus-Verkehrs auf Elektrobusse machbar wäre, erklärt der Klimaschutzmanager. „Dies kann auch übergangsweise geschehen, indem etwa das Samstag- und Sonntag-Angebot mit kleineren Elektrobussen dargestellt wird“, schildert Krämer. Der Bund bringt sich auch hier mit rund 34 000 Euro ein.

Vor zwei Jahren war die Umstellung auf elektrisch betriebene Busse bereits einmal Thema im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt gewesen. Damals winkte Arne Bach, Geschäftsführer von Saar-Mobil, welches den Busbetrieb in St. Ingbert 2016 übernommen hatte, ab. „Wir fahren auch mit Strom, aber wenn man eine Grundsatzentscheidung trifft, muss man das ganze Stadtbussystem auf den Prüfstand stellen“, hatte der Geschäftsführer damals gesagt. Zudem würden geringe Reichweiten und häufige Ladevorgänge dazu führen, dass man die Busflotte eher vergrößern müsste, als die bestehende nur einfach auf Elektroantrieb umzustellen. Wie die Stadtverwaltung auf Anfrage mitteilt, sei das Thema „Elektrobusse für St. Ingbert“ aber noch nicht vom Tisch. Bei der Umstellung des eigenen Fuhrparkes ist man dagegen schneller. Bereits im letzten Jahr habe man zwei weitere Elektrofahrzeuge samt den dazugehörenden Ladestationen für den Betriebshof angeschafft, berichtet Hans-Henning Krämer. Insgesamt sieben E-Autos stehen der Stadtverwaltung damit zur Verfügung. Den bekannten und elektrisch betriebenen Dienstwagen seines Amtsvorgängers nutzt St. Ingberts neuer OB Ulli Meyer nach Aussagen der Stadtverwaltung jedoch nicht.

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