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St. Ingbert steht vor einem harten Wahlkampf

Kolumne : Der OB-Wahlkampf beginnt

Der Countdown für den großen Wahltag am 26. Mai 2019 läuft. Mit den Europa- und Kommunalwahlen mag sich zumindest öffentlich noch niemand beschäftigen, aber für die in St. Ingbert besonders spannende Urwahl des Oberbürgermeisters hat jetzt SPD-Mann Sven Meier als erster seinen Hut in den Ring geworfen.

Im Oktober 2011 hatte er die Stichwahl knapp verpasst. Mit 26,4 Prozent lag er gerade einmal 124 Stimmen hinter dem als Unabhängiger angetretenen Zweitplatzierten Hans Wagner, der dann zwei Wochen später Georg Jung (CDU) vom Chefsessel im Rathaus stieß. Meier hatte sich dann vor der Stichwahl auf Wagners Seite geschlagen und auch in den Folgejahren nicht in die Front der kompromisslosen Wagner-Gegner eingereiht. Das wird er jetzt wenigstens teilweise müssen, zumindest bis zu einer erneuten Stichwahl. Die ist die wahrscheinlichste Option. Denn Amtsinhaber Wagner, der allein schon aus versorgungsrechtlichen Gründen erneut antreten müsste, ist zwar weiter unabhängig unterwegs, kann aber mit einem wie auch immer großen Amtsbonus rechnen. St. Ingberts CDU hält sich zwar noch bedeckt, lässt aber keine Zweifel daran, dass sie die Schmach von 2011 wiedergutmachen will. Das wird ihr nur mit einem auch im eigenen Lager unumstrittenen Kandidaten gelingen. Hinzu kommen unter Umständen weitere Kandidaten, die zu einer Zersplitterung des Erstrunden-Ergebnisses beitragen würden.

Ein Wahlkampf-Thema wird sicher eines der größten Bauprojekte der letzten Jahre in St. Ingbert sein, das sinnigerweise schon im letzten OB-Wahlkampf Thema war: die neue Baumwollspinnerei. Nicht erst in dieser Woche war aufmerksamen Beobachtern aufgefallen, dass dort offenbar seit Wochen wieder einmal Bau-Stillstand herrscht. Das hat, so war zu hören, auch im Rathaus zu erneuter Verärgerung geführt. OB Wagner, nie ein Freund des gesamten Projektes, wolle jetzt Nägel mit Köpfen machen und das scheinbar unendliche Bauvorhaben ganz unter die Fittiche der Stadt ziehen. Bauherr Werner Deller scheint derweil abgetaucht. Anrufe mit Bitten um aufklärende Stellungnahmen bleiben seit Tagen unerhört.

Für Verdruss haben in dieser Woche auch die Vorgänge um die neue Leiterin der Musikschule St. Ingbert gesorgt. Isabel Meiser, seit Anfang August im Dienst, war noch nicht offiziell als erste hauptamtliche Chefin vorgestellt, da wurde nicht nur in „sozialen“ Netzwerken bereits das Feuer auf die Frau eröffnet. Meiser gab schon nach wenigen Wochen entnervt auf. Auch das sagt viel über die kommunalpolitische Atmosphäre in St. Ingbert. Den Akteuren des Wahlkampfes und allen, die sich damit beschäftigen (müssen), stehen harte Zeiten bevor.