Unwetter-Schäden Die Schäden in St. Ingbert gehen in die Millionen

St Ingbert · Auch wenn St. Ingbert durch den Starkregen nicht überflutet wurde und noch einigermaßen glimpflich wegkam: Die vorläufige Bilanz der Stadtverwaltung ist kein Grund zur Freude.

Einen Hangrutsch gab es in Rohrbach auf dem Weg parallel zur Bahntrasse am Festo-Polymerwerk.

Einen Hangrutsch gab es in Rohrbach auf dem Weg parallel zur Bahntrasse am Festo-Polymerwerk.

Foto: Florian Jung

Trotz der anhaltenden Regenfälle hat sich die Hochwasserlage in St. Ingbert entspannt. Am Dienstagnachmittag (21. Mai) fand eine weitere Lagebesprechung mit allen Verantwortlichen unter der Leitung von Oberbürgermeister Ulli Meyer statt. „Auch wenn sich die Lage derzeit entspannt, behalten wir das Wettergeschehen weiterhin im Blick. Wir verschaffen uns einen Überblick über die Schadensmeldungen, die priorisiert und sukzessive abgearbeitet werden,“ fasst Meyer die Besprechung zusammen.

Den ganzen Tag über wurden Absicherungsmaßnahmen durch den städtischen Betriebshof durchgeführt und Erdrutsche beseitigt. Vom Hochwasser betroffene Spielplätze wurden durch Mitarbeiter der Abteilung Stadtgrün begutachtet.

Die Südstraße in St. Ingbert ist inzwischen wieder befahrbar. Der städtische Betriebshof hat die Hindernisse des Erdrutsches vom Wochenende (wir berichteten) beseitigt. Die Autobahn Gmbh sicherte den Hang zur Autobahn. Auf längerfristige Sperrungen muss man sich aber bei der Ommersheimer Straße in Oberwürzbach und beim „Staffel“ (Landstraße 108, Flughafenstraße) einstellen. Bei beiden Straßen zeigen sich erhebliche Fahrbahnschäden und massive Unterspülungen, deren Reparatur dauern wird.

Aufgrund eines massiven Hangrutsches auf einer Länge von mehr als 100 Metern wird es eine größere Absperrung in Rohrbach auf dem Weg parallel zur Bahntrasse am Festo-Polymerwerk geben. Die Straße ist von der Sperrung nicht betroffen.

In den Wäldern rund um St. Ingbert wurden zahlreiche Erdrutsche gemeldet. Die Bevölkerung wurde aufgerufen, Rad- und Wanderwege bis auf Weiteres zu meiden.

Das vorläufige Fazit der Stadtverwaltung: Nach einem jetzigen Überblick gehen die Schäden im ganzen Stadtgebiet wohl in den Millionenbereich, obwohl St. Ingbert noch glimpflich davongekommen ist. Dass die Innenstadt nicht überflutet wurde, hängt maßgeblich mit den Investitionen der letzten Jahre in Pumpwerke und Regenrückhaltebecken zusammen. Der verkleinerte Durchlass des Rohrbaches in Richtung Stadt hat zu einer Stauung im Bereich der Spick geführt. Diese Maßnahme hat die Innenstadt ebenfalls vor Hochwasser geschützt.

Unterdessen meldet die St. Ingberter Feuerwehr weitere Rettungs- und Hilfseinsätze. Am Pfingstmontag (20. Mai) war es hinter einem Anwesen in der Schindtaler Straße in Oberwürzbach zu einem Erdrutsch gekommen. Auf einer Fläche von 50 Metern Länge und 20 Metern Breite rutschte ein Hang ab. Die Erdmassen stoppten an einem Anwesen. Die Feuerwehr Oberwürzbach war schnell vor Ort und sicherte den Hang mit Planen, um weitere Schäden zu verhindern. Zusätzlich unterstützte ein Fachberater Bau vom Technischen Hilfswerk (THW) St. Ingbert die Einsatzkräfte bei der Lagebewältigung.

Lagebesprechung zu den Starkregen-Schäden mit OBerbürgermeister Ullli Meyer (zweiter von links) im Rathaus.

Lagebesprechung zu den Starkregen-Schäden mit OBerbürgermeister Ullli Meyer (zweiter von links) im Rathaus.

Foto: Florian Jung
 In Oberwürzbach rutschten rund 100 Quadratmeter Hang ab.

In Oberwürzbach rutschten rund 100 Quadratmeter Hang ab.

Foto: Christian Weber

Auch am Dienstag (21. Mai) war die Feuerwehr weiter gefordert. Aufgrund der gemeldeten Regenmengen unterstützten Einsatzkräfte im Führungsstab des Landkreises. Der Einsatz wurde um 12 Uhr beendet. Umfangreiche Reinigungsarbeiten und Prüfungen der Materialien wurden durch die Ehrenamtlichen durchgeführt. Im Rahmen der Unterstützung brachte die Feuerwehr Blieskastel 250 Schläuche, die in der Schlauchwaschanlage im St. Ingberter Gerätehaus gereinigt wurden. Am Nachmittag forderte das THW ein Tanklöschfahrzeug mit Hochdrucklöschanlage nach Blieskastel an. Mit Hilfe der Hochdruckleitung reinigen die Einsatzkräfte Material aus dem Pumpeinsatz der vergangenen Tage in der Barockstadt.

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