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50 Jahre Partnerschaft : Oberwürzbach feiert Partnerschaft mit Schauenstein

Einen doppelten Grund zum Feiern gab es dieses Wochenende in Oberwürzbach. So wurde nicht nur das alljährliche Dorffest zelebriert, sondern auch eine ganz besondere Freundschaft: 50 Jahre Partnerschaft zwischen Oberwürzbach und dem oberfränkischen Schauenstein.

Ortsvorsteherin Lydia Schaar lud Schauensteins Bürgermeister Peter Geiser und weitere Mitglieder des Stadtrates ein, das Jubiläum auf dem Dorffest zu feiern. Eröffnet durch den Musikverein Hochscheid-Reichenbrunn und seinen Dirigenten Rocco Ivan Funaro, schloss sich sogleich der Männergesangsverein Sangesfreunde unter Leitung Everard Sigals an und begrüßte die Gäste „im schönen Würzbachtal!“. Schaar war sichtlich erfreut, dass „so viele gekommen sind, um mit uns diese Freundschaft zu feiern, denn eine Partnerschaft lebt vom Austausch“.

Initiiert wurde diese Verbundenheit 1967 vom damaligen Bürgermeister Oberwürzbachs Heinrich Hambach und dessen Schauensteiner Kollegen Walter Hegener. Doch die Freundschaft begann schon lange Zeit vorher. Kurz nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurden die Bewohner Oberwürzbachs evakuiert und fanden Zuflucht in Schauenstein. Aus dem anfänglich kriegsbedingten Arrangement wurde eine „persönliche und freundschaftliche Bindung“, so Geiser, und diese Freundschaft soll auch in Zukunft durch nachfolgende Generationen weiter gelebt werden. Rund 500 Kilometer hatten die Gäste zurückgelegt, um ihren saarländischen Freunden einen Besuch abzustatten. Anfang Mai gastierte die Oberwürzbacher Orchestergemeinschaft „Musik verbindet“ wiederum in Schauenstein und drückte dort auf musikalische Weise die tiefe Verbundenheit der beiden Ortschaften aus. Geiser bezeichnete die Vielzahl der Vereine und Ehrenamtlichen Oberwürzbach als einen „wertvollen Schatz“, vor allem bei dem stetigen Austausch der Partnerschaft. Er lud die Oberwürzbacher zu einem Gegenbesuch ein, auf den sich Schaar und andere Mitglieder des Ortsrates sowie viele Festbesucher ganz besonders freuen.

„Freundschaft ist, wenn jemand zu dir sagt ‚Fühl dich wie zu Hause!‘, und es dir sofort gelingt“, schloss Geiser seine Ansprache und übergab Schaar eine Reihe von Mitbringseln aus der oberfränkischen Heimat. In Gedenken an die Schieferbergbautradition Schauensteins überreichte er der Ortsvorsteherin eine Uhr aus eben jenem Material mit den eingravierten Wappen beider Ortschaften, ein Städtebuch und ein Bild des Schauensteiner Schlosses. Außerdem gelang es ihm die Schlossgeister in Flaschen zu fangen, „in Alkohol zu konservieren“ und mit nach Oberwürzbach zu bringen. „Wenn es im Gemeinderat mal heiß hergeht!“ solle Schaar diesen Schnaps ausschenken.

Auch die Oberwürzbacher hatten natürlich ein Geschenk an ihre Freunde parat – der Bergbautradition zu Ehren eine Grubenlampe und das „Steigerlied“, dargeboten durch den Musikverein Hochscheid-Reichenbrunn und den Mitgliedern der Sangesfreunde.