St. Ingbert ist Modellkommune in Sachen Artenvielfalt

Das Schlagwort der Woche: Biodiversität : Modell-Kommune bei der Artenvielfalt

Die Biosphärenstadt St. Ingbert ist Teil einer Naturschutzkampagne – nur viele wussten nichts davon. Infos gab’s im Umweltausschuss.

Die Fraktion der Grünen im Stadtrat fordert seit mehreren Jahren ein „Grünflächen- und Biodiversitätskonzept“ für St. Ingbert ein. Es ist deshalb nur folgerichtig, dass sie etwas über Ziele und Ergebnisse des „Fachkonzepts Biodiversität im besiedelten Raum – Teil St. Ingbert“ erfahren wollte, von dessen Ausarbeitung sie aus „Naturschutzkreisen“ erfahren hatte. Es wurde auf Basis der saarländischen Biodiversitätsstrategie von der Landesverwaltung in Zusammenarbeit mit den saarländischen Kommunen entwickelt und ist inzwischen abgeschlossen. Deshalb brachte es Adam Schmitt (Bündnis 90/ Die Grünen) auf die Tagesordnung des jüngsten Umweltausschusses, bei dem Andreas Bettinger, Referatsleiter Arten- und Biotopschutz am Zentrum für Biodokumentation und zuständiger Projektleiter des Ministeriums für Umwelt- und Verbraucherschutz, nun das Konzept Siedlungsnaturschutz vorstellte. Zuvor hatte die Stadtverwaltung in den Ausschussunterlagen erläutert, dass die Kampagne zur Aufklärung sowie als Beratungsgrundlage diene und davon möglichst viele Maßnahmen umgesetzt werden sollen, um damit zu werben und auch anderen Städten und Gemeinden Impulse in Sachen Biodiversität zu geben. Wobei das sperrige Wort nichts anderes bedeutet als biologische Vielfalt.

St. Ingbert, das neben Rehlingen-Siersburg und Kleinblittersdorf als Modell-Kommune ausgewählt wurde, habe in den vergangenen beiden Jahren viele Aktivitäten, Veranstaltungen und Projekte im Bereich „Biodiversität in der Stadt“ an den Tag gelegt, die Aufmerksamkeit erregten, wie etwa das Jahr der Bienen. Wie Bettinger sagte, arbeite man bereits seit 2014 an der landesweiten Strategie. „Im besiedelten Bereich wurde in den vergangenen 20 Jahren wenig gemacht. Das hat sich eher auf die Offenbereiche und den Wald beschränkt. Deshalb wollen wir in den nächsten Jahren den Schwerpunkt anders setzen.“

Die drei Modellgemeinden sollen deshalb beispielhaft in ihrem Bemühen gefördert werden, Siedlungsnaturschutz-Maßnahmen umzusetzen, wofür man Akteure vor Ort mit ins Boot hole. Dabei sollen Fördermittel auf Europa-, Bundes- und Landesebene akquiriert werden. In St. Ingbert sei man dabei, erste Dinge umzusetzen, so eine insektenfreundliche Gestaltung des Vorplatzes der Hildegardskirche und das Anbringen von Info-Tafeln am Nassbiotop im Stadtpark. „St. Ingbert steht gar nicht so schlecht da. Modellgemeinde heißt ja nicht nur, was noch kommt, sondern auch, was schon alles gemacht wurde“, so der Mitarbeiter im Ministerium.

Es gelte in diesem Zusammenhang, nicht nur Neues anzulegen, sondern Bestehendes zu erhalten und dafür die Werbetrommel zu rühren, weil Information und Aufklärung wichtige Kernpunkte dieser Strategie sind. Außerdem sei die Sensibilisierung der Bevölkerung enorm wichtig – „oft wichtiger ist als die Anlage selbst“, meinte Bettinger.

Zu den Sensbilisierungsaktionen gehörten auch Wettbewerbe wie beispielsweise „Insektenfreundlicher Garten“. Von Seiten des Umweltministeriums werde in den nächsten zwei, drei Monaten entsprechendes Werbe- und Infomaterial für die Bevölkerung erarbeitet und publiziert.

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