Sportlerehrung in der Stadthalle St. Ingbert

Sportlerehrung in St. Ingbert : Stelldichein der Meister in der Stadthalle

Bei der 37. Sportlerehrung in St. Ingbert wurden insgesamt 335 erfolgreiche Sportler geehrt – so viele wie noch nie.

Dass St. Ingbert viele Vereine hat, ist bekannt. Dass viele Menschen aus der Stadt in einigen von ihnen Sport treiben auch. Aber wie gut sie in dem sind, was sie in ihrer Freizeit tun, sah man an diesem einen Abend bei der Ehrung der Besten. So standen am Freitagabend 335 Sportlerinnen und Sportler auf der Bühne, die 25 Sportarten repräsentierten und Mitglieder in 27 verschiedenen Vereinen sind. Und nicht nur das – sie wurden einzeln, im Duo synchron oder gar mit der ganzen Mannschaft Saarlandmeister, Süddeutsche und Deutsche Meisterinnen und Meister, Europa- oder gar Weltmeister.

Allein 86 Turner von der DJK Sportgemeinschaft-St. Ingbert wurden geehrt, 54 Kämpfer von den Schwimmfreunden, die sich dem nassen Elemente verschrieben haben, und 24 Fußballer und Fußballerinnen von der DJK.

Älteste Teilnehmerin an der 37. Sportlerehrung war mit 62 Jahren Dr. Regine Carl vom TV St. Ingbert, ältester Teilnehmer der 81-jährige Franz-Josef Thiel vom Kneipp-Verein Rohrbach. Die jüngste Geehrte war hingegen die erst sechsjährige Mila Backes von der DJK-SG und Silas Margardt vom VDM Bischmisheim.

Beim Verlesen der Leistungen des achtjährigen Silas brandete nicht zum ersten Mal an diesem Abend Beifall auf, denn er hat etwas geschafft, das es bis dahin in der Geschichte des saarländischen Kartsports noch nicht gab: Der St. Ingberter hat in diesem Jahr alle Meisterschaften in seiner Klasse gewonnen. „In dieser Altersklasse und in diesem Sport gab es so was noch nicht. Das gab es noch nie“, machte Moderator Rolf Eutenmüller den Gästen das Besondere dieser Leistung bewusst. Er fuhr im Kartslalom drei erste Plätze in der Saarlandmeisterschaft, der Südwestdeutschen sowie der Deutschen Meisterschaft ein und war Sieger im ADAC Bundesendlauf. Ein ganz großer Junger seines Sports also. „Mach’ weiter so und denk dran – die Karre vom Vettel wird bald frei“, prognostizierte Eutenmüller dem Kartmeister eine steile Knarriere.

Top-Leistungen haben im paralympischen Bereich auch Daniel Sträßer in Schneeschuhlaufen und Leichtathletik. Die Landeswinterspiele, bei denen er auf einen 1. und eine 2. Platz lief, waren gleichzeitig die Qualifikationswettkämpfe für die Nationalen Winterspiele 2020 in Berchtesgaden, wo der Rohrbacher als erster Saarländer an einem Einzelwettkampf teilnehmen wird. Der Entscheid in Bayern wiederum ist die Quali für die Weltwinterspiele 2021 in Schweden. Einer, der es schon auf internationales Parkett geschafft hat, ist Boris Nicolai, der im Para Boccia ganz weit vorn mitspielt. Mit der Mannschaft errang er in Berlin bei der DM Gold, im Einzel schaffte er es in Sardinien bei den European Open aufs Siegertreppchen. Bei den World Open in Kanada erreichte er den 4. Platz. Seine Silbermedaille bei der Europameisterschaft im spanischen Sevilla sicherte ihm gar die Teilnahme bei den Paralympics in Tokio im kommenden Jahr.

Monika Sorce ist in ihrer Sportart Kickboxen ebenfalls Großes gelungen, denn sie gewann mehrere Weltmeisterschaften und wurde als erfolgreichste Kämpferin der Unified World Championships ausgezeichnet, wofür ihr von Oberbürgermeister Ulli Meyer und ihren Kindern der entsprechende Gürtel umgelegt wurde. Auch bei den Schwimmfreunden St. Ingbert gibt es mehrere meisterliche Talente, bei denen Rolf Eutenmüller beim bloßen Vorlesen der Erfolge ins Schwitzen kam. Bei den vielen erfolgreichen St. Ingberter Sportlern kam dem Oberbürgermeister das Motto der DJK SG „Unser Bestes geben“ in den Sinn, das er vielfältig auslegte. Ginge es doch nicht nur um die besten Leistungen, sondern vor allem um das Beste, was jedes einzelne Mitglied einem Verein geben kann – seine Zeit und seine Unterstützung.

Das machte auch Thomas Burgemeister, den Vorsitzenden des Sportbundes, mit dem gemeinsam die Stadt diese Veranstaltung organisierte, zu Recht stolz. Und dass die Titel und Medaillen nicht nur Arbeit und Anstrengung bedeuten, sondern die Beschäftigung mit der Sportart auch jede Menge Spaß bringt, war einmal mehr bei der sportlichen und unterhaltsamen Gestaltung der Pausen durch die Vereine zu sehen. Einer der eindrücklichsten war die kleine gemeinsame Show der Rohrbacher Fechter und der St. Ingberter Turner, die sich eine gemeinsame Choreografie ausgedacht hatten.

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