Spezialfirma saniert Südseite der Schlossmauer

Spezialfirma saniert Südseite der Schlossmauer

Bereits vor einem Jahr wurde aus Sicherheitsgründen ein Gerüst an der südlichen Blieskasteler Schlossmauer aufgebaut. Nun hat die Sanierung begonnen. Noch vor dem Winter soll ein Großteil fertig sein. Landrat Clemens Lindemann betonte, dass auf die Anwohner dabei keine Kosten zukommen.

Dieser Tage haben die Baumaßnahmen des Saarpfalz-Kreises an der Abbruchstelle auf der Südseite der ehemaligen Blieskasteler Schlossmauer begonnen. Auf einem über zehn Meter hohen Raum-Gerüst, das aus Sicherheitsgründen bereits im vergangenen Jahr aufgebaut worden war, haben Arbeiter die ersten vorbereitenden Maßnahmen für den Wiederaufbau der heruntergebrochenen Schlossmauer begonnen und die ersten neuen Sandsteine wurden an die Abbruchstelle gebracht.

Für rund 275 000 Euro hat der Kreistag den Auftrag an eine Spezialfirma aus Erfurt in Thüringen vergeben. Nach einem komplizierten Vergabeverfahren - mit vielen Vorgaben für Sicherheit und denkmalpflegerische Details - konnte nur diese Firma letztlich die Leistungsanforderungen erfüllen. Wie Landrat Clemens Lindemann erläuterte, können die gut vorbereiteten Arbeiten jetzt zügig starten und bis zum Winterbeginn werde ein großes Stück der alten Schlossmauer wieder aufgebaut sein. Danach soll die Baustelle winterfest gemacht und im Frühjahr 2014 abgeschlossen werden.

Abgeschlossen wurden dieser Tage auch die Sanierungsarbeiten am Nordrisaliten (Vorsprung) zur Schlossbergstraße hin, am Mittelrisaliten des ehemaligen Schlosses und an der ehemaligen Schlossmauer auf der Ostseite zur Kardinal-Wendel-Straße. Wie der Bau- und Umweltdezernent des Saarpfalz-Kreises, Gerhard Mörsch, erläutert, wurde in den vergangenen zwölf Monaten eine Summe von rund 360 000 Euro verbaut. Man sei dabei, die letzten Schlussrechnungen zu prüfen und zur Förderung bei der Stadt Blieskastel einzureichen.

Die Stadt Blieskastel war bereit, für diese Seite der Schlossmauer Fördermittel des Städtebaulichen Denkmalschutzes zu beantragen, so dass Kreis, Stadt und Land hier zu einer gemeinsamen Finanzierung der Sanierung beitragen. Auf die Anwohner kommen, wie der Landrat nochmals betont, hier keine Kosten zu. Erhalten werden auch die alten Mauern des Schlosses auf der Nordseite des Schlossbergs. Dort werden nach Abschluss der Ausschreibungen ebenfalls in den nächsten Tagen die archäologischen Ausgrabungen zur Sicherung der Funde wieder teilverfüllt. Die nach der Teilverfüllung noch aufstehenden Mauern werden ebenfalls mit speziellen denkmalpflegerischen Verfahren gesichert, so dass sie jederzeit auch touristisch genutzt werden können.

Für den Bau- und Umweltdezernenten Gerhard Mörsch schlummert hier noch ein Potenzial für die touristische Nutzung, das jetzt durch die Investition des Kreises in Höhe von weiteren 100 000 Euro gesichert werden wird. Schließlich hatte das Schloss Blieskastel unter der Herrschaft der Grafen von der Leyen zu seiner Zeit die ganze Region geprägt. Der Grundstein der heutigen Kulturlandschaft des Biosphärenreservates Bliesgaus wurde teilweise genau in dieser Zeit gelegt.