Spezial-Wagen sollen behinderten Menschen den Einkauf erleichtern

Spezial-Wagen sollen behinderten Menschen den Einkauf erleichtern

Behinderte und alte Menschen haben nicht selten im Alltag mit Problemen zu kämpfen, an die ihre gesunden Mitmenschen keinen Gedanken verschwenden müssen. SZ-Leser-Reporterin Theresia Priester aus Niederwürzbach kämpft derzeit beim Einkauf im Supermarkt gegen ein solches Erschwernis.

Die 50-Jährige ist seit zwei Jahren an Parkinson erkrankt und hat inzwischen einen Schwerbehinderten-Ausweis. Ihre regelmäßigen Einkäufe erledigt sie im heimischen Wasgau-Markt. Dabei ist sie auf Grund ihrer Erkrankung auf Einkaufswagen angewiesen, die für Gehbehinderte oder Rollator-Fahrer besonders geeignet sind. Von denen gab es bis vor zwei Monaten nur zwei. Auf Intervention von Theresia Priester schaffte der Markt zwei weitere an. "Doch auch diese vier sind meistens weg, wenn ich zum Einkaufen komme", so die Niederwürzbacherin. Da sie vermutet, dass "normale" Kunden diese Einkaufswagen eher aus Gedankenlosigkeit nehmen, appellierte sie an die Marktleitung, doch Schilder anzubringen, die darauf hinweisen, dass diese Einkaufswagen für Behinderte gedacht sind. Dieses Ansinnen lehnte die Marktleiterin - nach Darstellung Priesters in eher unfreundlichem Ton - ab. Die Einkaufswagen seien für alle da. Theresia Priester wandte sich an "Wasgau" und an die Saarbrücker Zeitung. Das Ergebnis wird ihr Hoffnung machen. "Die von der Kundin benannten Einkaufswagen sind ihrem Zwecke nach Einkaufswagen für den kleinen Einkauf, diese sind jedoch nicht ausgewiesenermaßen behindertengerecht, so dass es unserer Marktleitung auch nicht erlaubt wäre, ein Schild aufzuhängen, um die Benutzung zu regeln. Die Einkaufswagen stehen demzufolge allen Kunden zur Nutzung zur Verfügung," so Wasgau-Sprecherin Isolde Woll auf Anfrage unserer Zeitung. Woll räumt allerdings ein, dass vier von diesen Einkaufswagen wenig sei. Allerdings könne auch bei einer höheren Anzahl nicht gewährleistet werden, dass immer einer zur Verfügung steht. Jedoch wolle "Wasgau" das Problem lösen. Das Unternehmen werde zum Test ein weiteres Modell eines geeigneten Einkaufswagens bestellen und diesen in Absprache mit der Kundin vor Ort testen. Sobald dieser Einkaufswagen vor Ort eingetroffen ist, werde man sich bei Theresia Priester melden. Zudem habe sich das Unternehmen Wasgau bei der Kundin sofort entschuldigt. Die zuständige Bezirksleiterin habe dies darüber hinaus in einem persönlichen Gespräch mit der Kundin bereits ebenfalls getan, so Woll.

Den Tipp für diesen Artikel bekamen wir von SZ-Leser-Reporterin Theresia Priester. Wenn Sie auch Interessantes zu erzählen haben, hinterlassen Sie eine Sprachnachricht unter Tel. (06 81) 5 95 98 00, schicken Sie eine E-Mail an leser-reporter

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