SPD würzt Heringe mit Politik- Beilage

SPD würzt Heringe mit Politik- Beilage

Auf einen Mix aus Politik und Fastnacht setzte die St. Ingberter SPD beim Heringsessen am Dienstagabend. Neben Sven Meier sprachen auch Landratskandidat Theophil Gallo und Clemens Lindemann zu den Genossen.

Etwa 60 Genossen und Bürger hatten sich zum Schlorum mit Heringen der SPD St. Ingbert in der Altenbegegnungsstätte in der Stadthalle eingefunden. Bevor jedoch der "andere Teil" des Abends begann, also Büttenreden und Tanzdarbietungen, nutzten Gastredner die Veranstaltung für politische Statements. Zuerst ergriff der SPD-Stadtverbandsvorsitzende Sven Meier das Wort. Dieser sprach sich dafür aus, die Gemeinschaftsschule zu erhalten, lobte das Voranschreiten des Mint-Campus auf der Alten Schmelz und sah das Familienzentrum als nächsten wichtigen Schritt an. Bezahlbarer Wohnraum, auch für Studenten, solle geschaffen werden. Die Kandidaten für die anstehende Kommunalwahl am 25. Mai sollten sich "mit Herz und Verstand für St. Ingbert einsetzen", forderte er. Ihm folgte Theophil Gallo, den Sven Meier bereits als "neuen Landrat" ankündigte. Schließlich geht der promoviert Jurist in der Kommunalwahl als Landratskandidat ins Rennen.

Gallo nutzte seine Redezeit, um die Landesregierung und die vor wenigen Tagen vorgestellte Imagekampagne für das Saarland zu kritisieren. "Dieses Geld fehlt zum Beispiel bei Kindertageseinrichtungen", so der Landratskandidat. Für den Mint-Campus fand er lobende Worte. Schließlich sei es wichtig, Kinder an Technik heranzuführen. Die Bundestagsabgeordnete Heidtrud Henn wünschte sich eine engere Zusammenarbeit zwischen St. Ingbert, Neunkirchen und dem Saarpfalz-Kreis. "Diese Grenze muss enger werden", so Henn. Als letzter Redner schritt der scheidende Landrat Clemens Lindemann zum Pult. Auch er sprach Finanzen an und warb für Investition in den Nachwuchs: "Das Geld, dass wir jetzt in Kinder stecken, wird uns später auf anderem Weg wieder reich machen."

Auch wenn die Fastnacht inzwischen vorbei ist, zeigte sich das abschließende Programm recht zeitlos. Konrad Weisgerber als "De Denkmalschützer" klärte die Genossen über seine Sicht auf manch seltsame Entwicklung im Bauwesen der Stadt auf. Parteiübergreifende Spitzen schossen auch "Der Protokoller" und Günter Weiland ab. Lea Lambert, Vize-Saarlandmeisterin der Junioren-Mariechen, tanzte "einen Tag im Leben eines Mariechens", und ihre Trainerin Sandra Müller intonierte eine A-cappella-Version von "So ein schöner Tag".

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