Sonne sorgt für strahlende Laune

Am Freitag und Samstag stieg das 36. Ingobertusfest. Petrus, Bacchus und Ingobertus bildeten mit Sommerwetter, guten Getränken und toller Stimmung eine Einheit. Neben Vereinen, Geschäften und Organisationen waren auch die Partnerstädte mit Ständen vertreten.

Strahlender Sonnenschein verwöhnte das Ingobertusfest.
Mit Kopfhörer gut geschützt vor Hard Rock der Gruppe „Guess our Name“ war die zweijährige Aurelie Litaer.
Pierette aus Saint Herblain belegt leckere Crepes mit Käse und Schinken.
Der Oberwürzbacher Patrick Schmitt gab mit seinem Baritonsaxofon ein Solo zum Besten.
Karibikflair und Longdrinks genossen Jasmin Charouf, Alexa Braun und Nicole Kleinbauer (von links) am Stand der DJK.



. Die Stimmung war super und sogar das Wetter spielte an beiden Tagen des St. Ingberter Stadtfestes mit. In den kühlen Abendstunden ließ es sich bei guter Musik, erfrischenden Getränken und netter Gesellschaft vortrefflich feiern. Zahlreiche Vereine hatten sich für hungrige Mäuler und durstige Kehlen gewappnet und wurden nicht von den Besuchern enttäuscht, die in Wellen über die Flaniermeile in der Kaiser- und der Ludwigstraße "hineinschwappten".

Gerade auf der Feiermeile angekommen, musste man zwangsläufig bei den "Gambles" auf dem Schmelzerparkplatz verweilen. Die Band spielte nicht nur den Sound der 50er und 60er Jahre, sondern zelebrierte ihn. Während petticoatschwingende Damen mit ihren Partnern ihrer Tanzleidenschaft frönten, tanzte der Sänger mit seinem Mikrofonständer im Arm auf dem Tisch. Nach zwei Stunden vollem Körpereinsatz an den Instrumenten brannte zu guter Letzt nicht nur die Luft, sondern vor allem das Klavier auf der Bühne. Und weiter ging es auf Entdeckungstour durch die feiernde Mittelstadt. Im Hof von Zigarren-Bennung, dem Geheimtipp vom vergangenen Jahr, hatte man sich in der Raucherlounge gemütlich eingerichtet, um die Hinterhofatmosphäre zu genießen. In der Fußgängerzone war es gegen 20 Uhr noch relativ ruhig, was sich zwei Stunden später schlagartig änderte.

Vor der Engelbertskirche verband die Orchestergemeinschaft mit Evergreens die Generationen, während auf der Rockbühne im Oort "Cold Cold Hearts" vor allem die Jugend begeisterte. Dank der "zwei Türsteher" neben der Bühne und jeder Menge Security konnte man auf seinem weiteren Weg durchs Bermuda-Dreieck kaum abhanden kommen. Dem "SoHo" war die Musik gar aufs Dach gestiegen. Mit ziemlicher Sicherheit lief man Freunden und Bekannten irgendwann im Verlaufe des Abends über den Weg, weshalb Handys und Smartphones getrost zu Hause bleiben konnten. Gesprächsstoff und Gesprächspartner fanden sich genug. Und wer eher den diversen Mixgetränken, einem gepflegten Bier oder Wein zusprechen wollte, der hatte dazu ebenso reichlich Gelegenheit. Allein beim Skiclub wurden am Freitagabend 20 Fässer Pils ausgeschenkt, drei mehr als 2012, und die Radebeuler Partner hatten wohl auch nicht mit so einem Ansturm auf den Rebensaft gerechnet, denn am Samstag weit vor Mitternacht ging den Sachsen der Wein aus. In besonderer Erinnerung wird wohl Patrick Feijzic der Ausflug zum Ingobertusfest bleiben, denn der 23-jährige Niederwürzbacher feierte mit vier Kumpels hier seinen Junggesellenabschied. Aus seinem Bauchladen verkaufte er alles, was der Festbesucher zum Glücklichsein brauchte, vom Wackelmann, über Gummibärchen bis hin zum Kondom. Und der Slogan, den er auf seinem T-Shirt in auffälligem Pink stehen hatte, hätte in jedem Fall auch für das Fest gepasst: Freiheit, Party, Spaß und Leben. . Gleich in elf Fällen verzeichnete die Polizei Meldungen über Personen, meist Jugendliche und Heranwachsende, die aufgrund starken Alkoholkonsums nicht mehr in der Lage waren, sich ohne fremde Hilfe zu bewegen und dann von Einsatzkräften des DRK oder von angeforderten Rettungswagen versorgt werden mussten. Zwei 18-Jährige wurden mit Alkoholvergiftungen ins Krankenhaus gebracht.

Sechsmal wurden Schlägereien, Sachbeschädigungen und Körperverletzungsdelikte angezeigt, die auch Strafanzeigen nach sich zogen. Zudem wurden zwei Strafanzeigen wegen Beleidigung erstattet. In mehreren Fällen gelang es Einsatzkräften, sich anbahnende Schlägereien rechtzeitig zu beenden und die Streitenden zu trennen.

In der Freitagnacht wurde ein 45-jähriger männlicher Festbesucher aus St. Ingbert am alten Hallenbad Opfer von brutalen Schlägern. Das Opfer wurde vermutlich durch Schläge und Tritte schwer am Kopf verletzt und musste zur weiteren Behandlung in die Uniklinik Homburg eingeliefert werden. Hintergründe dieser Tat sind bisher noch nicht bekannt.

Gemeinsam mit Bediensteten des Ordnungsamtes der Mittelstadt St. Ingbert kontrollierten Beamte der PI St. Ingbert an beiden Festtagen das Ende der Musikdarbietungen um 1 Uhr und das Ende des Außenausschanks an den Ständen um 3 Uhr. An den meisten Ständen gab es dabei keine Probleme und die jeweiligen Standbetreiber hatten die Musik sowie den Außenausschank schon eingestellt und zeigten sich einsichtig. In zwei Fällen allerdings wurden vom Ordnungsamt wegen der Zuwiderhandlungen Zwangsgelder in Höhe von je 200 Euro erhoben.

Den Weg zur nächstgelegenen Toilette fand ein 23-jähriger junger Mann aus Blieskastel offensichtlich nicht. Er suchte sich zur Verrichtung seiner Notdurft jedoch das Hoftor der Polizeiinspektion St. Ingbert aus. Die Beamten bemerkten den Mann in der Hoftorüberwachungskamera und stellten daraufhin seine Personalien fest. Den Mann erwartet eine Ordnungswidrigkeitenanzeige.