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Sonder-Impfaktion im Rathaus St. Ingbert

Impfaktion in St.Ingbert : Viele kamen zum Impfen in den Kuppelsaal

200 Dosen wurden am vergangenen Samstag im St. Ingberter Rathaus verabreicht. An diesem Montag wird die Aktion fortgesetzt.

Schon knapp eine Stunde vor der offiziellen Öffnung des Kuppelsaals herrschte großer Andrang: Eine zig Meter lange Menschenschlange vor dem Eingang. Sonderimpftermin war am Samstag im Rathaus, und die Menschen nahmen es dankbar an. Ohne Terminvereinbarung, sogar ohne den Nachweis eines Wohnsitzes in Deutschland – geimpft werden konnte jeder, der es wollte. Die Stadt St. Ingbert und der Kreisverband des DRK wollten mit diesem Termin ein „niederschwelliges Angebot für die Bürgerinnen und Bürger, beispielsweise Marktbesucher“, machen. Es waren wenige, die spontan vom Wochenmarkt zur Impfung kamen, aber viele, die ganz gezielt das Rathaus ansteuerten.

So wie Maximilian Börtzler. Der 16-Jährige hatte bislang noch keinen Impftermin ins Auge gefasst, die Gelegenheit, hier schnell und unbürokratisch zum Zuge zu kommen, gefiel ihm. Biontech ist seine Wahl beim Impfstoff, auch wenn er zwei Mal kommen muss. Vanessa Ehl ließ sich von ihrer Mutter Manuela überzeugen, mit ins Rathaus zu kommen. Sie hat schon einen Termin im Saarbrücker Impfzentrum, aber bis dahin dauert es ihr viel zu lange. Als dann die Möglichkeit bestand, in St. Ingbert an der Warteliste des Impfzentrums vorbei das Immunsystem fit zu machen, griff die 20-Jährige spontan zu.

Karin Heil sitzt schon im Wartebereich, in dem man nach erfolgter Impfung noch eine Weile warten muss, ob sich möglicherweise Nebenwirkungen einstellen könnten. Sie spürt jedenfalls davon nichts. Biontech ist auch ihre Wahl gewesen, der Ablauf, die Beratung und die Impfung selbst im Kuppelsaal haben sie überzeugt, dass hier mit Sorgfalt und Kompetenz gearbeitet wird. Karin Heil hätte eigentlich zeitgleich im Saarbrücker Impfzentrum einen Termin gehabt, aber den hat sie abgesagt. „Ich bin gehbehindert, und das Angebot hier in St. Ingbert ist für mich einfach leichter wahrzunehmen. Ich fühle mich hier gut beraten, ich bin dankbar, dass es das Angebot gibt“, erzählt sie der Saarbrücker Zeitung.

Währenddessen kommt Dr. Belal Issal, der ansonsten im Kreiskrankenhaus beschäftigt ist, kaum zum Verschnaufen. Er berät die Impfwilligen. Sein großes Kapital an diesem Tag: Er spricht als Muttersprache arabisch, und vom Beratungsangebot in vertrauter Sprache machen viele arabischstämmige Impfwillige Gebrauch. Deutsch spricht er genau so gut, von daher klappt die Kommunikation, und einhellig wird von solider Beratung beim Impfarzt berichtet.

Roland Engel, der Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes, berichtet, dass alle Rotkreuzhelfer ehrenamtlich arbeiteten. Fast alle kommen aus dem Gesundheitsbereich, haben reichlich Erfahrung in Impf- oder Testzentren. Laut Engel ist Biontech bei den meisten Patienten die erste Wahl, wobei der Johnson & Johnson-Impfstoff den Reiz hat, dass man schon zwei Wochen nach einer einzigen Impfung vollen Schutz hat und nicht mehr von Einschränkungen betroffen ist, die für Nichtgeimpfte gelten.

 Für fundierte Beratung beim Sonderimpftermin sorgt Dr. Belal Issal, sogar auf Deutsch und auf Arabisch.
Für fundierte Beratung beim Sonderimpftermin sorgt Dr. Belal Issal, sogar auf Deutsch und auf Arabisch. Foto: Peter Gaschott

Obwohl die Schlange vor dem Kuppelsaal mittlerweile weit bis auf die Straße vor dem Rathaus reicht, geht es recht schnell, bis man an die Reihe kommt. In drei Kabinen wird geimpft. 200 Dosen sind von jedem Impfstoff da, und Florian Jung von der Stadtverwaltung ist zuversichtlich, dass man keine Impfdosen übrig haben wird. Der Folgetermin für diejenigen, die sich für Biontech entschieden haben, wird am 28. August, ebenfalls wieder im Kuppelsaal des Rathauses, sein. Möglicherweise, so Jung, wird es weitere Sonderimpfungen geben, etwa für Vereine.