Solilauf-Macher haben alles im Blick

Der St. Ingberter Solilauf hat sich binnen weniger Jahre zu einer großen Hausnummer gemausert. Für den Erfolg der Veranstaltung stehen viele hilfreiche Hände. Das Organisationsteam befindet sich schon wieder mitten in der Arbeit – auch wenn der nächste Benefiz-Lauf erst im September über die Bühne gehen wird.

Als Pfarrer Andreas Keller die Idee des 24-Stunden-Laufs entwickelte und 2006 erstmals umsetzte, konnte er nicht ahnen, welch großen Zuspruch die Veranstaltung in nur wenigen Jahren erfahren würde. Hatten sich damals schon rund 250 Läuferinnen und Läufer auf Runden durchs St. Ingberter Mühlwaldstadion gemacht und damit 8000 Euro Spenden für eine Pfarrei in Bogotá, Kolumbien, eingeworben, hat sich das Volumen der Benefiz-Sportveranstaltung zwischenzeitlich enorm vergrößert. Im vergangenen Jahr legten 1228 Läufer 21 100 Kilometer zurück. Sie spielten damit rund 30 500 Euro für einen Kindergarten in Benin ein.

Pfarrer Keller ist heute als Seelsorger nicht mehr in St. Ingbert, sondern in Kaiserslautern (und auch dort mit einem Benefiz-Lauf im Rennen). Das Organisationsteam aus seiner alten Pfarrei St. Pirmin und St. Michael steckt indes schon wieder mitten in der Vorbereitung für den kommenden Solilauf im September. Gabi Strobel, Tanja Marzlin, Melanie Bartmann, Karl Ackermann und Timo Reichert haben in der Redaktion erläutert, was dabei alles zu stemmen ist. "Nach dem Solilauf ist vor dem Solilauf", erklärt Strobel. Schon in der Nachbereitung ginge es um den künftigen Lauf. Im "Orgateam" sind mittlerweile um die 15 Männer und Frauen eingebunden. Das Groh kommt dabei aus der Pfarrei. Jeder Mitstreiter hat feste Aufgaben und Verantwortlichkeiten. Von einer Checkliste mit gut 380 Aktionspunkten spricht Strobel, die abgearbeitet werden wollen. Dafür trifft sich das Team regelmäßig. Vom Zeltaufbau bis zur Zeitnahme will eben alles geregelt sein. Strobel: "Die Meetings finden alle vier bis sechs Wochen statt - je nach der Phase, in der wir uns befinden." Viel Zeit nehme auch die Frage in Anspruch, für welches Projekt der nächste Lauf Geld zusammentragen solle. Die Veranstalter halten auf der einen Seite selbst die Augen offen, werden aber andererseits auch um Unterstützung gebeten. Bei der Auswahl achte das Team auf Nachhaltigkeit, betont Karl Ackermann, der Vorsitzende des Pfarrgemeinderates. Melanie Bartmann ergänzt, die Runde stimme demokratisch ab, wer den Zuschlag bekommt. In den Meetings müssen dann von der sportlichen Abwicklung über die technischen Aspekte bis zum Rahmenprogramm viele Fragen geklärt werden.

Am Veranstaltungswochenende sind über 100 Helfer im Einsatz, die für einen reibungslosen Lauf über die 24 Stunden sorgen - auch in der tiefen Nacht sind noch Läufer im Stadionrund unterwegs. Von einem "ausgeklügelten Helferplan" spricht Bartmann und einer "großen Familie", auf die man sich vom Auf- bis zum Abbau verlassen könne. Tanja Marzlin - für den Malteser Hilfsdienst an Bord - berichtet, die Solilauf-Tage seien richtig anstrengend, aber es gäbe auch immer etwas zu lachen. Die Leute vom Orgateam sind sich einig: Die Veranstaltung sei wegen der Atmosphäre unter Helfern, Läufern und Besuchern der Mühe einfach wert.

Positive Rückmeldung hat das Team zuletzt auch durch den SZ-Medienpreis "Saarlands Beste" erhalten. Die Leser haben das Orgateam zum Sieger des vergangenen Jahres gewählt. Damit verbunden war auch ein Scheck über 10 000 Euro. Das Geld soll losgelöst von den Solilauf-Projekten verschiedenen Empfängern vor Ort unter die Arme greifen.

solilauf.org

medialcare-somalia.com

Zum Thema:

HintergrundDer nächste 24-Stunden-Lauf findet am 7. und 8. September im Mühlwaldstadion statt. Minister Heiko Maas hat die Schirmherrschaft übernommen. Der Lauf wird in diesem Jahr ein Projekt im Norden Somalias unterstützen. Unter dem Motto "Laufen für das erste Berufsbildungszentrum in Beer/Somalia" geht die St. Ingberter Pfarrei St. Pirmin und St. Michael eine Partnerschaft mit dem BBZ, der Willi-Graf-Schule in St. Ingbert, ein. Das BBZ hat ein Aktionsbündnis "Schule für Afrika" gegründet und engagiert sich in diesem Zusammenhang für das Projekt "Medical Care Somalia" von Dr. Ahmed Awad. Der Erlös des Laufs im Mühlwaldstadion soll in die Ausrüstung einer Landwirtschaftsschule fließen. Die Landwirtschaftsschule ist nach den Worten von BBZ-Lehrer Timo Reichert die erste berufsbildende Schule dieser Art in dem ostafrikanischen Land. Das Gebäude stehe bereits, aber für die notwendige Einrichtung und Gerätschaften fehle es noch an der notwendigen finanziellen Ausstattung. mbe