1. Saarland
  2. Saarpfalz-Kreis
  3. St. Ingbert

Solarstrom kommt vom Dach des Pfarrheims

Solarstrom kommt vom Dach des Pfarrheims

St. Ingbert. Unübersehbar sind seit einigen Wochen die Solarmodule auf dem Pfarrheim von St. Josef, die nahezu die gesamte von der Stadt her sichtbare Dachfläche bedecken. Mit der Photovoltaik-Anlage verfolgt die St

St. Ingbert. Unübersehbar sind seit einigen Wochen die Solarmodule auf dem Pfarrheim von St. Josef, die nahezu die gesamte von der Stadt her sichtbare Dachfläche bedecken. Mit der Photovoltaik-Anlage verfolgt die St. Ingberter Pfarrei zwei Ziele, wie Pfarrer Arno Vogt erläuterte: "Mit der Förderung erneuerbarer Energien tun wir etwas für die Umwelt und tragen zum Bewahren der Schöpfung bei. Das Projekt ist aber auch eine sinnvolle Kapitalanlage, die es uns erlaubt, den Unterhalt unserer Gebäude finanziell abzufedern." Erste Überlegungen, das Dach des Gebäudes energetisch zu nutzen, habe es schon vor drei, vier Jahren gegeben, betont der Pfarrer. Damals noch verworfen, habe ihn die Idee in diesem Jahr nicht mehr losgelassen - "nicht zuletzt auf Grund meiner Mitarbeit im Aufsichtsrat der St. Ingberter Bürger-Solar-Genossenschaft". Richtig konkret wurde die Montage von Solardächern auf den Dächern des Gebäudes auf dem Hobels dann aber aus ganz praktischen Gründen. "Durch Grundstücksverkäufe und Erbschaften hatte unsere Pfarrei in jüngster Zeit Einnahmen." Dieses Geld fließe aber in das Pfründevermögen beziehungsweise Stammvermögen der Kirchengemeinde. Als solches dürfe es aber nicht in laufende Projekte gesteckt, sondern müsse gewinnbringend angelegt werden. 40000 Euro aus dem Pfarreivermögen bilden den Grundstock für die insgesamt 140000 Euro teure Photovoltaik-Anlage, "der Rest wurde über ein günstiges Darlehen finanziert". Die Solardächer erzeugen rund 30000 Kilowattstunden Strom im Jahr, was nach Angaben der Pfarrei dem Jahresverbrauch von sechs bis sieben Einfamilienhäusern entspricht. Der erzeugte Strom wird dabei nicht für das Gebäude selbst genutzt, sondern ausschließlich ins Netz der Stadtwerke eingespeist und nach den im Erneuerbaren-Energie-Gesetz festgelegten Tarifen vergütet. Vogt: "Die Anlage wird sich nach etwa zehn Jahren amortisiert haben und in der Folge bei einer garantierten Laufzeit von mindestens 20 Jahren Erträge abwerfen." Diese Rechnung hat gemeinsam mit der Tatsache, dass das Pfarrheim mit Vollwärmeschutz und einer Energie sparenden Heizung nun in seiner Energiebilanz auf Null gestellt ist, auch den Verwaltungsrat von St. Josef überzeugt. Dieser beschloss das Solar-Projekt einstimmig. Umgesetzt hat die Pfarrei die Photovoltaik-Anlage gemeinsam mit der Westpfälzischen Ver- und Entsorgungs GmbH (WVE) aus Kaiserslautern. Mit diesem Unternehmen hatte die Kirchengemeinde bereits früher zusammengearbeitet, unter anderem bei der Erschließung kircheneigener Grundstücke auf der Heide in Hassel.Baurechtliche Bedenken gegen die Photovoltaik-Anlage, die direkt auf das Ziegeldach des Pfarrheims aufgesetzt wurde, gab es im Übrigen keine. "Das Gebäude steht nicht unter Denkmalschutz." Und damit sei seine Nutzung auch ganz anders gelagert als etwa bei der Josefskirche, wo demnächst das große Schieferdach neu aufgebaut wird. "Dort gäbe es zwar eine große Fläche, aber auch strenge Denkmalschutz-Auflagen. Zudem ist die Diözese sehr zurückhaltend, wenn es darum geht, Kirchendächer für Solarstrom-Projekte zu nutzen."