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So kommen Haustiere gut durch die Sommerhitze

Fünf Fragen - fünf Antworten : So kommen Haustiere gut durch die Sommerhitze

Tierärztin Sabine Koch gibt Tipps, wie unsere Hunde, Katzen und Kaninchen die anstrengenden Hundstage überstehen.

Nicht nur wir Menschen ächzen unter den hohen Temperaturen, die uns in diesen Tagen der Sommer beschert. Auch für Tiere sind Temperaturen, die sich an Nachmittagen in der Nähe der 40 Grad Celsius bewegen, nur schwer zu ertragen. Tierärztin Sabine Koch gibt Tipps, wie Sie ihren Liebling gut durch die Hitze bringen.

Was sollten Hundehalter beachten?

Gassi gehen sollte man nur früh morgens oder spätabends, rät die Ärztin. Bereits ab Temperaturen von 25 Grad sollten keine Aktivitäten wie Wanderungen mehr gemacht und asphaltierte Wege gemieden werden.

Auch rät sie dazu, nur so lange mit dem Hund spazieren zu gehen, wie das Tier zum Erleichtern benötigt, und nach Möglichkeit im Schatten unterwegs sein. „Hundehalter sollten das Tier selbst bestimmen lassen, wie schnell es laufen möchte“, erklärt Koch. Auch sollten Hunde niemals, nicht einmal für ein paar Minuten, im geparkten Auto zurückgelassen werden. „Das ist die Haupttodesursache im Sommer“, sagt Koch.

Von Überzieh-Schuhen für die Pfoten hält Koch nichts. „Wenn es so heiß ist, dass der Hund nicht laufen kann, dann gehört er ins Haus.“

Woran erkennen Halter, dass ihr Hund kurz vor einem Hitzeschock steht?

Ein extrem verstärktes Hecheln sei ein klares Anzeichen, sagt Koch. Außerdem sei der Hund schlapp und kurzatmig. Wenn das Tier im Haus nicht sofort zur Ruhe komme, sei dies ebenfalls ein klares Anzeichen für eine Überhitzung. Tierhalter sollten dann auch die Schleimhäute kontrollieren. Wenn diese viel blasser oder extrem gerötet sind, sei dies ebenfalls ein Indiz.

Wie sollten Hundebesitzer sich dann verhalten?

Zunächst sollte die Temperatur gemessen werden, sagt Koch. Zeigt das Thermometer um die 39 Grad Celcius an, sollte gekühlt werden, ab 40 Grad Celcius müsse das Tier sofort schnell heruntergekült werden. „Auf keinen Fall sollte dafür ein nasses Handtuch genutzt werden“, sagt die Tierärztin. Unter dem Handtuch könne es zu einem Hitzestau kommen. Auch wenn diese Methode immer noch häufig verbreitet werde, sollten Besitzer dies auf keinen Fall machen, sagt Koch. Stattdessen sollte das Tier mit fließendem kühlen Wasser heruntergekühlt werden. „Heutzutage ist man weg vom langsamen Herunterkühlen“, erklärt die Tierärztin weiter. Die Gefahr durch einen Hitzeschock zu sterben sei viel größer als durch Kreislaufprobleme. Davon sterbe der Hund nicht.

Was sollten die Katzenbesitzer beachten?

„Katzen sorgen im Prinzip für sich selbst“, meint Sabine Koch. Wenn das Tier Freigänger ist, achte es selbst darauf, dass es nicht überhitzt. Katzenhalter müssten lediglich bei Tieren in Dachgeschosswohnungen ohne Kühlung aufpassen.

Was ist für Kaninchen an diesen heißen Tagen wichtig?

Bei Kaninchen sollte auf schattige Plätze geachtete werden, erklärt Koch. Am besten geschützt seien die Tiere, wenn sie sich selbst Erdhöhlen graben könnten, in denen sie sich verkriechen können.

Hunde leiden unter der Hitze. Hüte sind keine Lösung. Foto: picture-alliance/ dpa/Peer Grimm

Am anfälligsten für die Hitze sei aber der Hund, sagt Sabine Koch, da dieser in vielen Haushalten in der Regel nicht selbst entscheiden kann, was er macht, sondern vom Menschen abhängig ist.