So ein Theater : Viel Spaß mit etwas weniger Licht

Die Niederwürzbacher Gruppe „So ein Theater“ spielte an zwei Abenden in der alten Schulturnhalle in Hassel.

Beim Theaterwochenende des Heimat- und Verkehrsvereins Hassel war es für die Zuschauer nicht so einfach, den Überblick zu behalten. Eigentlich war der Auftritt der Niederwürzbacher Theatergruppe „So ein Theater“ bereits für März geplant gewesen. Doch die Bühnenbeleuchtung ist immer noch nicht fertig, weshalb man das Ganze verschoben hatte. Ohne Erfolg. Die Truppe verarbeitete das „Nicht-Ereignis“ mit einem Sketch vor dem eigentlichen Stück. Dabei griffen Heiko Schwarz und Martin Schneider in die TV-Mottenkiste und bezogen bei „Licht aus, Spot an!“ á la Ilja Richter gekonnt das Publikum mit ein. Die Theaterbesucher brauchte man auch. Denn das Stück „Dieses mal was mit Niveau“ von Andreas Heck ist quasi Theater im Theater. Die „Werzbacher“ Schauspieler spielen Schauspieler, die Schauspieler spielen. Ja, das braucht ein wenig. Man muss höllisch aufpassen, dass man nichts durcheinander bringt. Der Drei-Akter handelt von einem Theaterverein, der es gewohnt ist, rustikale Stücke aufzuführen. Gerhard Schröder (Heiko Schwarz) und Heinz Helferich (Martin Schneider), sind für das Bühnenbild zuständig, oder versuchen sich seit Tagen in der Vollendung des Selbigen. Das klappt nur bedingt. „Knauberei“ würde man auf saarländisch sagen, wenn simpelste Regalbretter angeschraubt werden sollen. Da kommt ihnen die Vereinsvorsitzende Beate Sperber (Petra Enders) völlig ungelegen. Die hat keine Lust auf Bauerntheater wie anno dazumal und einem Bühnenbild von der Wohnküche in den Hühnerstall. „Dieses mal was mit Niveau“ soll gespielt werden. Also von der Küche in den Park quasi. Bei den beiden Herren kommt das gar nicht an. Sie fürchten, das Publikum werde überfordert. Heinz will keinen Gärtner spielen, der - wie so oft - der Mörder ist. Nein, er wird zu Pater Brown. Und Trudel Trugschluss (Karin Döring) hat dafür eigens übers Internet für 500 Euro einen Regisseur aus Frankreich engagiert. Dumm nur, dass der Mann, der da immer „Aggsio, Aggsio“ (französisch für „Action“) ruft, Klunker Kurt (Alois Neu) ist und von der Polizistin Karina Knolle (Nicole Staub) wegen Bankraubs gesucht wird. Doch die erkennt ihn nicht.

„Pater Brown und das Geheimnis der alten Gräfin“ in der noch nicht fertig gestellten Kulisse der Bibliothek von „Chesterfield Manor“ wird immer mehr zum Desaster. Mit dem ellenlangen Namen der Gräfin hat auch der Butler seine Probleme. Doch Gerhard Schröder kriegt es hin. Die Chefin stirbt dennoch. Das checkt aber die Souffleuse - nicht die tatsächliche - nicht. „Was für ein Regisseur“, ist Lisa Leise (Gerda Groh) vom vermeintlichen Spielleiter angetan wie Rosi Reinlich (Susanne Vincentini) durch ihre drollige Rhetorik besticht. Derweil sind die übrigen Schauspieler mit dem Wettsingen der Haustürklingel beschäftigt, was dem Publikum die Tränen in die Augen treibt. Für Komik sorgte auch das Bühnen-Outfit. Denn Karine Knolle hat Damen- und Herrengrößen verwechselt. So stehen die Herren öfters in der Unterhose da. „Jetzt alle die Hände hoch, oder ich säge“, gibt sich irgendwann der Gangster doch zu erkennen. Im Koffer ist die Beute aus seinem Bankraub. „Ich habe den Schatz der toten Gräfin gefunden“, freut sich Heinz Helferich, als er die Geldscheine sieht. Und die Karina gesteht den Giftmord, da sie beim Erben leer ausgegangen wäre.

Weitere Mitwirkende: Jessica Bieg (Souffleuse), Lothar Haas (Technik) und Veronika Kiesel (Regie).