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Singen, Sägen und Schlemmen beim Parkfest in St. Ingbert

Stadtmarketing : Singen, Säge-Kunst und Schlemmereien

Das wechselhafte kalte Wetter sorgte beim Parkfest in der Gustav-Clauss-Anlage in der Innenstadt nicht gerade für einen Besucherrekord. Doch alle, die da waren, hatten eine Menge Spaß und wurden gut unterhalten.

Wer das dreitägige Parkfest in der Gustav-Clauss-Anlage in der St. Ingberter Innenstadt besuchen wollte, checkte im Internet nicht nur das Programm, sondern gleichzeitig auch das angekündigte Wetter für das Wochenende. Der Blick in Apps und Wetterberichte ließ nichts Gutes ahnen, doch St. Ingbert blieb von starken Wetterkapriolen verschont. „Es war sehr abwechslungsreich“, sagte ein Besucher am Samstagnachmittag und meinte damit nicht nur das Programm der Vereine auf der Bühne, sondern vor allem das, was von oben kam. „Regen, Schnee und Hagel – wir haben heute alles gehabt“, sagte Moderator Wolfgang Blatt am späten Nachmittag und konnte zu diesem Zeitpunkt sogar noch die Sonne hinzufügen. Diese zeigte sich gerade in dem Moment, als Schüler und Musiklehrer des AMG mit der Aufführung eines Teils des neuen Musicals fertig waren, und die Kettensägenschnitzer von der Bühne aus auf ihren Arbeitsplatz hinter dem Weiher einluden.

Die Zumba-Truppe hatte wegen des kalten Wetters abgesagt, doch alle anderen Akteure auf der Bühne zeigten mit Tanzen, Kampfkunst, Fechten, also mit jeglicher Art von Bewegung, womit sie ihre Freizeit verbringen. Blatt schaffte es sogar, die Zuschauer vor der Bühne ins Aufwärmprogramm einzubinden. „Wir hatten dabei einfach nur Spaß“, sagte er und verwies noch auf zwei Stände, an denen man sich ebenso aufwärmen konnte. Dort allerdings von innen, denn in Anbetracht der gegen Null gehenden Temperaturen hatte man dem Wunsch einiger Parkbesucher entsprochen und kurzerhand Glühwein angesetzt.

Die Rohrbacher Pfadfinder trotzten dem Wetter in ihrem schwarzen Zelt im hinteren Teil der Gustav-Clauss-Anlage. Samstags gab es bei ihnen Rindfleischbrühe mit Markklößchen, seit Freitag waren sie Titelträger. Denn dieser Stamm der DPSG darf sich ab sofort FairTrade-Scout-Stamm nennen und ist damit nicht nur der erste „faire Stamm“ im südwestdeutschen Raum, sondern der zehnte bundesweit. Extra für die Auszeichnung waren Tanja Schreiner und Martin Schulz von der DPSG aus Speyer angereist, um diesen Titel an die Jungs und Mädels zu verleihen. Diese berichteten von Gruppenstunden, Aktionen und den Fair-Trade-Frühstücken, die nun zum Alltag des Stammes gehören. „Ich finde gut, dass die Kinder noch Pfadfinderideale leben“, sagte auch Oberbürgermeister Hans Wagner, der zum Gratulieren gekommen war. Kurz zuvor hatte er das vierte Parkfest eröffnet. Ein Fest, dass 2016 neu aufgelegt worden war, um „den Park endlich mal ins rechte Licht zu rücken“, wie der Wirtschaftsförderer Thomas Debrand am Rande der beliebten Veranstaltung sagte, „wir hatten das Gefühl, wir müssten den St. Ingbertern erstmal die Schönheit ihres Parks zeigen.“ Dies scheint gelungen. Auch eine bunte Truppe der Lebenshilfe gehört zu den Fans. Der Besuch der Essensstände und der abendlichen Musik ist schon fast ein „Muss“ bei einigen der gehandicapten St. Ingberter. Sie tanzten zur Musik von „Hugos Corner“, genossen aber wie ihre Betreuer auch die kulinarische Abwechslung von „Saarländisch gudd gess“.

Noch am Freitagabend scherzte eine Besucherin, sie würde einen Tag später wohl mit Schlitten und Ski kommen müssen, doch die weiße Pracht blieb glücklicherweise aus. Statt klirrendem Frost liefen beim Speed-Carving der „Holzschnitzer“ die Kettensägen heiß und nach einem arbeitsreichen Demonstrationstag im Park gaben sie beim 45-minütigen Freestyle auf Zeit nochmal alles. Fasziniert schauten die Besucher zu, wie die acht Männer und Frauen aus einem Stück Eiche mit „Eule, Adler, Bär und Co.“ wahre Kunstwerke schufen. Kunst bewundern konnte man am Sonntag auf dem grünen Rasen, auf dem auch ein Biosphärenmarkt seine Zelte aufgeschlagen hatte.