Septett überzeugt mit Fantasie

Homburg. Jazzmusik hat viele Gesichter. Einmal mehr bewies das die Jazzband Viva Creole aus Mainz, die in der Jubiläums-Saison des Homburger Jazz-Frühschoppens am Samstagvormittag ganz neue Farbtupfer setzte. Da machte es den Jazz-Freunden auf dem historischen Marktplatz wenig aus, dass die hochsommerlichen Temperaturen erstmal passé waren und zuweilen ein kühleres Lüftchen wehte

Homburg. Jazzmusik hat viele Gesichter. Einmal mehr bewies das die Jazzband Viva Creole aus Mainz, die in der Jubiläums-Saison des Homburger Jazz-Frühschoppens am Samstagvormittag ganz neue Farbtupfer setzte. Da machte es den Jazz-Freunden auf dem historischen Marktplatz wenig aus, dass die hochsommerlichen Temperaturen erstmal passé waren und zuweilen ein kühleres Lüftchen wehte.Die Musik der Viva Creole-Jazzband glich das vollkommen aus und hatte so manchen Titel zu bieten, der die Zuhörer gleich wieder in die Karibik versetzte. Die sieben Musiker aus Mainz hatten ein abwechslungsreiches Programm mit nach Homburg gebracht, in dem es an nichts fehlte, wonach dem Jazz-Fan der Sinn steht.

Die Besetzung der Viva Creole-Jazzband steht für Fantasie und Perfektion gleichermaßen. Das galt zunächst mal für die Bläser Dragan Milicevic (Trompete), Gerald Bambey (Posaune und Mundharmonika) sowie Sven Hack am Saxofon. Letzterer gehört nicht zur Stammbesetzung der Band und war für den Auftritt in Homburg kurzfristig eingesprungen, aber das tat er perfekt und zur Freude der Zuhörer mit viel Spielfreude.

Hans-Michael Barth, der auch Bandleader ist, hatte das Piano dieses Mal ans andere Ende der Bühne gerückt und erfreute die Jazzfreunde mit temporeichem, immer der angesagten Stilart angepasstem Spiel. Bei den Wechseln von New-Orleans-Jazz zu Rhythm&Blues und Boogie Woogie war das manchmal schon ein ganz schöner Sprung, aber Barth und seine Mannen hatten das richtige Gefühl dafür. Ordentlich Gas gab Volker Gangluff am Schlagzeug. Im Gedächtnis wird den Zuhörern bestimmt das schön lange und mit viel Feuer gespielte Solo gegen Ende des zweiten Sets bleiben. So hat man's schließlich gern.

"Das macht richtig Spaß", bestätigte Manfred Morscheit, der aus seinem geplanten Kurzzeit-Besuch doch einen längeren Aufenthalt auf dem Marktplatz machte. Nicht minder beeindruckt zeigte sich Manfred Wolf, der auch noch Familienmitglieder mitgebracht hatte. "Denen gefällt es auch, sonst hätten sie mich schon fortgezogen", sagte Wolf.

Zum guten Eindruck trugen nicht nur die spielfreudigen Musiker bei, sondern auch ihr lebhafter Auftritt. Immer waren sie in Bewegung, tauschten Position oder Instrumente, darunter ziemlich ungewöhnliche Exemplare. Bassist Uwe Sirrenberg hatte sich von der Band "abgesetzt", er spielte sein originell mit Spinne und Teufel dekoriertes Instrument am Fuß der Rathaustreppe. Schließlich muss Sänger Manfred Kaiser erwähnt werden. Der sprach mit seiner geschulten Stimme nicht nur die Jazzer unter den Zuhörern an. Zuweilen machte er auch noch beim Rhythmus mit.

Nicht nur Klassiker aus der großen Zeit des Jazz waren zu hören wie etwa "Lady be good" oder "Nobody knows you". Eine Variation gab's beim Besingen einer Dame, einmal "Corinne" und einmal "Corinna". Was ein Buchstabe so ausmachen kann.

Die Handschrift von Viva Creole konnte auch der bestens bekannte Titel "Mac the Knife" nicht leugnen oder auch "Saint James". Zu den Markenzeichen der Band gehört nicht zuletzt das Stück "Going down to Mardi Gras". Dieser Titel war auch Namensgeber für eine CD, die von Viva Creole unlängst erschienen ist. "Das macht richtig Spaß."

Manfred Morscheit, Zuhörer des Konzertes

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