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Seniorenkino in der Pfarrgasse in St. Ingbert

Kinowerkstatt St. Ingbert : Eine aufregende Geschichte aus der Zeit des Kalten Krieges

Im Seniorenkino läuft am Mittwoch, 7. Oktober, um 16 Uhr in der Kinowerkstatt, Pfarrgasse 49, der Film „Geheimnis eines Lebens“ (Großbritannien 2019) von Trevor Nunn mit Judi Dench, Sophie Cookson, Stephen Campbell Moore, Tom Hughes, Tereza Srbova, Ben Miles, Freddie Gaminara und anderen.

Joan Stanley (Judi Dench) gärtnert im Jahr 2000 vor ihrem Häuschen in einem Londoner Vorort, als sie aus heiterem Himmel festgenommen wird. Der unbescholtenen englischen Rentnerin wird vorgeworfen, in den 1940ern für die Sowjetunion spioniert zu haben. Ihr Sohn, der Rechtsanwalt Nick (Ben Miles), ist empört, dass man seiner über 80-jährigen Mutter eine elektronische Fußfessel anlegt. Er begleitet seine Mutter zu den Verhören und fällt dabei eines Tages aus allen Wolken: Sie soll tatsächlich in den 1940er Jahren die Sowjetunion über die Ergebnisse der streng geheimen britischen Atombombenforschung informiert haben. Und wenn ja, was kann ihr Motiv gewesen sein?

Zur Epoche, an die der Film erinnert, gehört auch der schleichende Beginn des Kalten Krieges. Schon während des Zweiten Weltkriegs zeigen die Alliierten bald wenig Neigung, ihre jeweiligen Ergebnisse in der Atombombenforschung miteinander zu teilen. Besonders Stalins Sowjetunion soll außen vor bleiben. Der Spielfilm des auch für seine Theater-, Musical- und Operninszenierungen berühmten britischen Regisseurs Trevor Nunn („Was ihr wollt“) basiert auf dem gleichnamigen Roman von Jennie Rooney. Die fiktionale Geschichte der jungen Joan Stanley (Sophie Cookson), die 1938 in Cambridge Physik studiert und 1941 eine Assistentenstelle beim geheimen Forschungsprojekt Tube Alloys bekommt, ist inspiriert von realen Ereignissen. Die junge Joan lernte 1938 in Cambridge die schillernde, aus Russland stammende Studentin Sonya (Tereza Sbrová) und deren Cousin Leo (Tom Hughes) kennen und sie verliebt sich in Leo. Sie haben ein Verhältnis, er kommt und geht, taucht nach ihrem Studienabschluss wieder auf und will, dass sie für die Sowjetunion spioniert. Judi Dench verleiht der alten Joan einen Anflug von Resignation, als sie erkennt, dass ihre Befrager so wenig Ahnung davon haben, welcher Geist damals in Cambridge herrschte. Und sie erinnert sich gar nicht so gerne, wie nahe Glück und Leid in ihren jungen Jahren beieinander lagen. Praktisch gegen den Widerstand der Ermittler vertieft sie sich in ihre Erinnerungen, um auch für sich die Gründe für ihr Handeln herauszufinden. Ihr Charakter muss sich auch der Konfrontation mit dem eigenen Sohn stellen: Kann sie ihn, sozusagen stellvertretend für die ganze britische Öffentlichkeit, davon überzeugen, dass sie nur das Beste wollte?