Schwerpunkt liegt auch im neuen Buch auf Reiseimpressionen

Schwerpunkt liegt auch im neuen Buch auf Reiseimpressionen

„Mazurka“ heißt sein 13. Buch, das der in Quierschied geborene und in St. Ingbert lebende Autor Hans-Guido Klinkner am Sonntag in der Stadtbücherei auf Einladung des St. Ingberter Literaturforums vorstellte.

Wer Hans-Guido Klinkner kennt, weiß, dass der Autor immer einen flotten Spruch auf den Lippen hat. "Weil der Mensch im Alter langsamer wird, läuft ihm im Alter die Zeit davon", schreibt der 1934 geborene Quierschieder, der in Sulzbach aufwuchs und in St. Ingbert lebt, in seinem 2010 erschienenen Buch "Verweile". Dass dies nicht zwangsläufig der Weisheit letzter Schluss sein muss, bewies der Schriftsteller am Sonntagvormittag. In der Stadtbibliothek präsentierte Klinkner auf Einladung des St. Ingberter Literaturforums (ILF) sein aktuellstes Werk "Mazurka". Das 13. Buch setzt auch dieses Mal den Klinknerschen Schwerpunkt, nämlich die Reiseimpressionen, fort. Darauf wies ILF-Vorsitzender Professor Wolfgang Sauder in der proppenvollen Bücherei eingangs hin. Deutschland, Frankreich und Belgien sind Stationen von Klinkners Exkursionen. Sauder interpretierte den Buchtitel als Abschied und ist der Meinung, dass vornehmlich Moll-Töne im neuesten Buch vorzufinden sind. Diesem subjektiven Eindruck muss man sich nicht zwangsläufig anschließen, obgleich das Ende des Bergbaus in einem Kapitel dominiert. Man kann es dem Bergbauingenieur nicht verdenken. Hängt doch viel zu viel Herzblut an dieser seit einem Jahr abgeschlossenen Epoche. So nehmen seine Erinnerungen an die saarländische Industriegeschichte einen breiten Raum ein. Entstanden ist ein "Gemeinschaftswerk der Familie Klinkner" (Zitat Sauder). So hat neben Hans-Guido Klinkner selbst auch dessen Frau Ingeborg mitgewirkt und das Cover gestaltet. Satz, Druckorganisation und Gestaltung wurden von Sohn Martin wahrgenommen. Am Sonntag wechselte sich Klinkner mit Gerd Schlaudecker ab, der ebenfalls vortrug.

Dem Großvater gewidmet

Der Titel stammt von einem bereits vielfach veröffentlichten Gedicht des Schriftstellers, welches er seinem Großvater Johann Pauly widmete. "Mazurka" ist eine Sammlung von Reiseimpressionen, Gedichten, Aphorismen und einer Kurzgeschichte. Dabei können einem die Eindrücke von Klinkers Reisen durchaus vertraut vorkommen. Den besonderen Blickwinkel hat jedoch nur er selbst. Dabei übt er indirekt Kritik, obgleich er eigentlich nur dokumentiert. Bei "Strandparade" etwa amüsiert sich der Autor über Pudel, die - in einem Kinderwagen liegend - über die Strandpromenade geschoben werden. Bei "Die großen Steine" widmet er sich den Megalithen, den unbehauenen Steinblöcken, und bringt so Gollen- und Spellenstein in den Vordergrund. Auch die Demographie und die Spätausläufer der Globalisierung kommen zu Wort, als er nach 72 Jahren wieder in ein fast verlassenes Hochwalddorf kommt.

Wer die Lesungen des Autors kennt, weiß auch, dass die Musik und der Gesang nicht zu kurz kommen. Die beiden Violinisten Heinz Mederer und Christa Schmitt-Rink steuerten klassische Musik bei. Die Sopranistin Annelie Mederer sang und war neben dem Autor selbst mit den Moderationen betraut.