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"Schuld an dem Bau ist eigentlich das Finanzamt"

"Schuld an dem Bau ist eigentlich das Finanzamt"

In den Rohrbacher Königswiesen funkelt ein neues Schmuckstück: Der Turnverein 66 hat endlich sein neues Vereinsheim. Politiker, Gönner und Mitglieder weihten den Neubau an der Tennisanlage jetzt gemeinsam ein.

Rohrbach. Rund 240.000 Euro sowie jede Menge Schweiß stecken drin, aber das war es wohl wert: Das neue, etwa 95 Quadratmeter große Vereinsheim der Tennisspieler des Turnvereins 66 Rohrbach ist nach sechsjähriger Planung endlich fertig geworden.Erschöpft, aber zugleich mächtig stolz auf das Erreichte blickt Jörg Herrmann, der Vorsitzende des Turnvereins, zurück: "Schuld an dem Bau ist ja eigentlich das Finanzamt", sagte er während der Einweihungsfeier. Weil der TV zu viel Geld auf der hohen Kante liegen hatte, stellte das Amt den Verein vor die Wahl: Entweder müssen Steuern gezahlt, oder das Vermögen investiert werden. Lange überlegen mussten die Rohrbacher nicht. Zunächst kauften sie das Vereinsgelände des inzwischen aufgelösten Tennisclubs Rot-Weiß Rohrbach, sanierten die betagten Duschen und Toiletten. Mit Zuschüssen der Sportförderung, des Saarländischen Tennisbundes und viel Eigenleistung wurde dann das neue Vereinsheim realisiert. "Vereinsmitglieder haben ein Brandschutzkonzept erstellt und die Elektro-Installation übernommen. 20 000 Euro haben wir dadurch eingespart", dankte Herrmann den Helfern.

Herzstück des Anbaus an den Sportparc 66 ist der geräumige Multifunktionsraum, der allen Abteilungen zur Verfügung steht. Hier sollen in Zukunft die Seminare, Kurse und Versammlungen der Schwimmer, Skifahrer, Turner, Läufer, Volleyballer und Tennisspieler stattfinden. Streng genommen ist das Gebäude noch nicht komplett fertig. Eine Küche soll noch hinein, vor der Tür soll der Übergang zum angrenzenden Parkplatz in Stand gesetzt werden. Auch der Terminkalender füllt sich allmählich. Nach den Sommerferien findet hier ein Rückenschulungs-Kurs statt - sehr zur Freude von Bürgermeister Rainer Hoffmann, der gemeinsam mit dem neuen Rohrbacher Ortsvorsteher Martin Wirtz und Jörg Herrmann das Band durchschnitt und damit den Bau seiner Bestimmung übergab. "So eine Rückenschule ist auch für Politiker etwas ganz Wichtiges, schließlich müssen sie ein starkes Rückgrat haben."

Mit einer Portion Selbstironie beglückwünschte der frühere Turner Martin Wirtz den TV 66. "Ich freue mich nicht nur als Ortsvorsteher, sondern auch als Mitglied. 30 Jahre und 30 Kilogramm ist das jetzt her, aber auf jeden Fall ein weiteres Glanzlicht für den Verein.''

tv66rohrbach.de