Schul-Trägerverein in der Kritik

Die noch junge Montessori-Schule in Oberwürzbach erlebt turbulente Tage. Wie Eltern bestätigen, hat es jüngst deutliche Differenzen mit dem Trägerverein gegeben. Neuwahlen des Trägerverein-Vorstandes sollen nun für Frieden sorgen. Die Arbeit in der Schule läuft hingegen super, betonen die Eltern.

"Die Schüler sind zufrieden, die Eltern sind zufrieden, die Lehrer sind zufrieden." So beschreibt Sandra Marschall den Zustand an der Oberwürzbacher Montessori-Schule. Und dennoch hat auch die Elternsprecherin der vor einem Jahr gegründeten Grundschule auf Nachfrage der SZ bestätigt, dass die vergangenen Wochen turbulent waren. Unstimmigkeiten zwischen dem Trägerverein, der Elterninitiative für Montessori-Pädagogik "Mandelblüte", auf der einen, sowie Eltern und Schulleitung auf der anderen Seite führten dazu. Hinter den Kulissen habe es kräftig gerumst, hatte zuvor ein Elternteil gegenüber der SZ erläutert und damit auf die Schwierigkeiten aufmerksam gemacht. Details benannte er nicht. Und weder die Vorsitzende des Trägervereins, Eva Pittendörfer, noch Schulleiterin Nicole Buschmann wollen sich öffentlich zu den Hintergründen äußern. Von "internen Problemen" spricht Pittendörfer, die auch intern zu lösen seien. Immerhin ist mittlerweile Licht am Ende des Tunnels: Eine außerordentliche Versammlung des Trägerverein könnte für Entspannung sorgen. Darauf bauen jetzt Schul-Elternsprecherin Marschall und besorgte Väter und Mütter. Eine Mutter, die im Schul-Förderverein aktiv ist, sagt: "Anfang Oktober soll die Versammlung sein und der Vorstand neu gewählt werden." Für die Eltern sei es wichtig, mehr Mitsprache zu bekommen. Der Träger habe die Zusage gegeben, auf der außerordentlichen Sitzung, deren genauer Termin noch nicht feststeht, zurückzutreten. Zugleich können Eltern jetzt - im Gegensatz zu vorher, wie die Eltern berichten - dem Verein beitreten und damit den Vorstand mitwählen oder selbst Verantwortung übernehmen.

Bei den Differenzen, die die im Förderverein engagierte Mutter in erster Linie zwischen Träger und Elternschaft sieht, habe es sich letztlich um Kleinigkeiten gehandelt, die sich hochgeschaukelt hätten. Der Konflikt habe dann Dynamik entwickelt. Bodo Marschall sagt als betroffener Vater: "Das Mitspracherecht war mit Füßen getreten worden. Aber die Eltern haben sich nicht ohnmächtig gefühlt, sondern Geschlossenheit entwickelt." Letztlich, meint Anick Rau, Elternvertreterin der Lerngruppe II, habe der Streit etwas Gutes: "Die Eltern haben alle den gleichen Kampf geführt. Wir haben gespürt, wie wir zusammengewachsen sind." Zuglich betonen die Gesprächsteilnehmer, der Trägerverein habe mit seinem Engagement während die Schulgründung sehr viel geleistet. Um so höher sei es dem Vorstand anzurechnen, dass er jetzt den Weg zu Neuwahlen freimache.

Die Schwierigkeiten der Montessori-Schule in Oberwürzbach haben auch das Bildungsministerium beschäftigt (die SZ berichtete). Auch dort geht man davon aus, dass die Probleme jetzt aus der Welt sind. Die Pressestelle antwortet auf Anfrage der SZ: "Das Ministerium ist der Auffassung, dass die Schule ihrem pädagogischen Konzept gerecht wird und äußert die Erwartung, dass das Wohl der Kinder im Mittelpunkt der Bemühungen aller Akteure steht und nicht durch bestehende Konflikte in den Hintergrund gerät." Schulleiterin Buschmann schaut auch lieber nach vorne. Sie sei froh, dass der Schulbetrieb jetzt wieder ungestört laufe. In der Montessori-Schule Oberwürzbach lernen derzeit 43 Kinder. Für das kommende Schuljahr gibt es schon mehr Anmeldungen als freie Plätze.

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