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Schülerinnen lernen das „Babysitten“

Schülerinnen lernen das „Babysitten“

Bei den 13- bis 15-Jährigen an der Albertus-Magnus-Realschule stach eine Premiere bei den Projektentagen alles andere aus: Beim Babysitting-Workshop wollte fast doppelt so viele Mädchen mitmachen wie es Plätze gab.

In dieser Woche waren in der Albertus-Magnus-Realschule für alle Klassen Projekt- und Workshoptage angesagt. Je nach Alter hatten die Schüler ihr ganz eigenes Programm. Während die Fünft- und Sechstklässler klassenbezogene Projekte in der Schule durchführten, die vor allem dem Kennenlernen und der Konfliktbewältigung dienten, schauten sich die zwei ältesten Jahrgangsstufen schon mal künftige Berufsfelder an. In Firmen und Einrichtungen übten sie Vorstellungsgespräche und bekamen Tipps für ihre Bewerbung.

Interessante zwei Tage hatten aber auch die übrigen Schüler , die sich einen von elf Workshops aussuchen konnten. Da gab es einen Kurs in Schmuckherstellung, das Fertigen von Pompomfiguren, das "Malen wie Keith Haring ", im Kurs "Chemie und Technik" wurden Klebstoffe und Seifen hergestellt sowie Putzmäuse gebaut, ein Trickfilm gedreht, eine Radiosendung vorbereitet, dem Computer ins Herz geschaut oder die einfachste elektrische Eisenbahn der Welt gebaut. Neu im Workshop-Programm war ein Kalligrafie-Kurs.

Fast 40 Schülerinnen und Schüler wollten beim Babysitting-Workshop dabei sein, von denen 22 teilnehmen konnten. Die meisten hatten durch kleine Geschwister bereits erste Erfahrungen, andere "hüteten" schon mal Kleinkinder gegen ein Taschengeld. Am ersten Tag wurden im "Beisein" von mehreren Babypuppen Informationen über die Entwicklung eines Kindes gegeben, wie man es richtig wickelt, was und wie man füttert, aber es wurden auch Kinder- und Wiegenlieder gesungen, Spielsachen für verschiedene Altersgruppen vorgestellt oder Unfälle und deren Vermeidung besprochen. Lehrerin Evelyn Finkler, selbst Mutter zweier kleiner Kinder, wollte soviel wie möglich zum Thema Babysitten ansprechen.

"Das ist ein neuer Workshop. Wir dachten, dass die Verbindung von 13- bis 15-jährigen Mädchen und Babys gut passt. Man sieht es ja auch, dass viele ganz gut auf die Kleinen eingehen", sagt die Lehrerin. Die Kleinen waren drei Knirpse im Alter von ein bis drei Jahren, die am zweiten Projekttag mit ihrem Besuch von der Theorie zur Praxis überleiteten. Die Mädels im Projekt fanden es interessant, so wie Kaysi, die nun weiß, wie sie richtig mit ihrer Schwester umgehen muss oder was sie tun kann, wenn diese verletzt ist. Lena passt öfter auf ihre kleinen Geschwister auf und vermittelt schon mal beim Streit. Olga hat eine kleine Nichte, mit der sie gern spielt oder um die sie sich kümmert. Sie kann die Tipps gut gebrauchen, so wie die zwölfjährige Pauline, der besonders der Part mit der Ersten Hilfe gefallen hat und die später mal Kindergärtnerin werden will. Dass Babys ihre eigene Körpersprache haben beeindruckte Jana besonders. "Wir wollen lernen, wie man richtig aufpasst", sagen Lisa und Celine und so nehmen die beiden, wie viele andere, aus den Projekttagen auch Anregungen für den Alltag oder ihre Hobbys mit.