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Schüler sind Partner der Naturschützer

Schüler sind Partner der Naturschützer

Vergangenes Jahr bauten Schüler der Wiesentalschule mit Helmut Graf, Mitglied im Naturschutzbund, ein Wildbienenhotel. Es steht jetzt auf dem DNA-Gelände und die Schüler wurden zum Partner der Naturschützer.

. Die meisten Kinder mögen es zu basteln oder handwerklich tätig zu sein. Und wenn dann dabei noch so etwas Praktisches wie ein Wildbienenhotel entsteht, an dem später auch die neu Eingezogenen besucht werden können, macht es nochmal so viel Spaß. Bereits im vergangenen Jahr war es, als Schüler der Wiesentalschule während einer Projektwoche gemeinsam mit dem St. Ingberter Helmut Graf, der Mitglied im Naturschutzbund (Nabu) ist, solch eine Insektenunterkunft bauten.

In einem hausähnlichen Aufsteller fanden Dosen mit hohlen Ästen vom Japanischen Knöterich, angebohrte Birken- und Buchenholzstücke sowie gelöcherte Lehmziegel Aufnahme, die in mehreren "Etagen" angeordnet und nach vorn mit einem engmaschigen Drahtgeflecht versehen sind. Die Löcher sollen den Wildbienen zum Nestbau dienen, denn sie leben solitär, das davorgesetzte Gitter wiederum soll Vögel fernhalten. Als das Hotel fertig war, galt es noch, einen idealen Standort zu finden, denn der schattige Schulhof ohne pflanzliche Artenvielfalt eignete sich dazu nicht. Das war gar nicht so schwer, denn nach einem Anruf in der Firma "Weisang" auf dem Gelände des Drahtwerk-Nordareals (DNA) hatten die Bienen eine neue Heimat.

"Er rannte bei mir offene Türen ein", sagt Ute Weisang. Denn rings um ihren Firmensitz habe sie eine Wildwiesenmischung ausgebracht, deren Ergebnis die Insekten "erfreuen" wird. Nur einmal im Jahr werde diese Wiese gemäht, um sie als Nahrungsgrundlage für Insekten und Vögel vorzuhalten. Auch mit den gepflanzten einheimischen Gehölzen wolle die seit zwei Jahren dort ansässige Firma zur Artenvielfalt in diesem Winkel der Stadt beitragen. Helmut Graf hat dieses Areal schon länger im Blick und betrachtet mit Freude, welche Ruderalflora sich dort seit den Erdarbeiten ansiedelt und welche Tiere dorthin kommen, um sich einen neuen Lebensraum zu erschließen. Altholz fehle auf dem neu entwickelten Gelände, so dass der gebaute Bienenunterschlupf eine Alternative dazu sei.

Gerade die Wiese auf dem mageren Boden, aber auch die Lage des Insektenhotels in einer geschützten Mulde und einer freien Fläche mit viele Licht sei ideal als Ansiedlungsort nicht nur für Wildbienen. Bei einer Exkursion an einem nicht gerade idealen Flugtag habe man auf dem Gelände immerhin noch acht Wildbienenarten angetroffen. Erst seit drei Wochen steht die neue Insektenunterkunft nun auf dem DNA-Gelände und bei einem Besuch der jungen Baumeister der Wiesentalschule konnten bereits die ersten Bewohner gesichtet werden.

Bei dieser Gelegenheit überreichte Helmut Graf eine "Plakette Nabu-Patenschaft", die die Schüler der 1. bis 4. Klasse zum Partner der Naturschützer macht, mit denen auch noch weitere Naturschutz-Projekte geplant sind.