Schüler sind nun echte Genossen

Drei Jahre dauerte der Testlauf für die Schülerfirma am Leibniz-Gymnasium. Jetzt sitzt die St. Ingberter „InnoGrün“ wirtschaftlich so fest im Sattel, dass sie in den Verbund der genossenschaftlichen Unternehmen aufgenommen wurde.

. Einen besonderen Tag erlebte das Leibniz-Gymnasium am vergangenen Mittwoch. Vor allem einige Schüler und die Betreuungslehrer Andreas Bonaventura und Andreas Rehlinger waren aufgeregt. Denn was beim Kochen von Marmelade und deren Verkauf mit dem Seminarfach "Nachhaltigkeit" 2012 als Arbeitsgemeinschaft begann, später als Schülerfirma unter dem Namen "InnoGreen" weitergeführt wurde, wurde nun als eingetragene Firma "InnoGrün" zur ersten Schülergenossenschaft im Saarland.

Dass drei Jahre Arbeit nun diese Form annahm, war auch den Kooperationspartnern Volksbank Saarpfalz, dem deutschen Genossenschaftsverband und dem LPM Saar zu verdanken. Der Schulleiter war bei der Gründungsfeier sehr stolz auf seine rund 30 Schüler, die den "Grundstock" der Genossenschaft bilden: "Sie haben sogar das geschafft, was andere nicht schaffen, nämlich die Jahresfrist zu überleben", so Erik Brill, der sich freute, dass die nachhaltig im ökologischen Bereich agierende Firma auch zum Gedanken der Unesco-Projektschule passt.

Das Projekt "InnoGrün" haben die Schüler eigenverantwortlich durchgeführt und auch die Organisation der Feier meisterten sie professionell, begonnen bei der Einladung, über die Präsentation bis hin zum "Catering". Umweltminister Reinhold Jost war beeindruckt und begrüßte die Hauptpersonen mit "liebe Genossinnen und Genossen", was nicht den Mitgliedern einer Partei galt, sondern eben den frisch gebackenen Genossenschaftern. Mit dem Kooperationsvertrag und der Aufnahme in den Genossenschaftsverband würden die Schüler nun in die harte Geschäftswelt eintauchen, so Jost.

Bei den Schülern, die eine Vorbildfunktion für andere haben, sei keine Überzeugungsarbeit notwendig gewesen. Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit, die Verarbeitung von fair gehandelten und regionalen Produkten seien eine Selbstverständlichkeit bei "InnoGrün". Der Verbraucher wisse, woran er bei deren Produkten ist, die demnächst auch über die Homepage www.InnoGruen.de vertrieben werden. Aufstriche, T-Shirts, Schulmaterial, Magnete aus einheimischen Hölzern und noch einiges mehr haben die fleißigen "Leibnizer" entwickelt. Somit ist "InnoGrün" kaum von einer normalen Firma zu unterscheiden, hat Vorstände für Marketing, Finanzen, Organisation und einen Juniorvorstand, die sich um alle Belange kümmern. Demokratisch wird entschieden, wohin der Weg geht, damit weiterhin "reale Geldströme fließen können", wie die Vertreterin des Kultusministeriums sagte. Die Einnahmen seien zwar gedeckelt, doch der Gewinn, den die Schüler mit dem Kompetenzerwerb machten, vermittele kein Lehrplan. So biete die Genossenschaft Einblicke in ein solidarisch organisiertes Unternehmensmodell.

Und damit dieses Pilotprojekt noch mehr Fahrt aufnehmen kann, freut sich "InnoGrün" über neue Mitglieder.