Schöne Aussichten auf Windräder?

Der „Wehrholzer Weg“ auf der Höhe zwischen Kleinblittersdorf und Auersmacher an der Südgrenze der Biosphäre bietet einen tollen Panorama-Blick – vor allem für Fans von Windkraft-Anlagen. Im Westen die vier gigantischen Räder bei Kerbach, im Süden allein 15 Anlagen rund um Sarreguemines.

Und im Osten könnten oberhalb von Bliesmengen-Bolchen und bei Habkirchen demnächst noch einige große Exemplare hinzukommen.

Natürlich haben sich auch in Mandelbachtal Don Quichottes zusammengefunden, um in den Kampf gegen die "Wind-Monster" zu reiten. Sie drohen, wie der literarische Held aus der Mancha, zu scheitern.

Da ist zum einen ein weit verbreitetes Missverständnis der Biosphären-Idee. Längst hat die nationale Biosphären-Dachorganisation (MAB) erklärt, dass sich Windenergie-Anlagen (WEAs) und Biosphären-Konzept keineswegs beißen. Und da ist zum anderen der breit gestreute politische Wille, nach der Atom-Katastrophe von Fukushima der Wind-Energie zum Erfolg zu verhelfen - notfalls mit Steuergeld-Gewalt. Und es gibt eine ökonomische Komponente. Die Pachterlöse für WEA-Standorte sind in den vergangenen Jahren immens gestiegen. Fachmedien sprechen von bis zu 60 000 Euro pro Jahr für ein Windrad an einem "durchschnittlichen" Standort. Ob solche Erlöse von der Gemeinde oder Privat-Grundbesitzern auch in Mandelbachtal zu erzielen sein werden, ist noch nicht entschieden. Doch die Hoffnung darauf ist wohl allemal da. Einzelschicksale der Menschen in unmittelbarer Nachbarschaft der Windkraft-Riesen sind mit dem Hinweis auf das "St. Florians-Prinzip" genauso schnell untergeordnet wie die Frage, ob die Rückstellungen der Betreiber für den Rückbau ausreichen, wenn die Subventionen gekürzt oder gestrichen werden, und der Wind allein nicht stark genug bläst.

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