Schlussstrich unter Beißattacke

Ein Kleinkind wurde im November 2012 in der Kinderkirche St. Pirmin von einem anderen Kleinkind angegriffen und schwer verletzt. Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken ermittelte gegen zwei Erzieherinnen der Kita wegen fahrlässiger Körperverletzung. Nun wurden die Ermittlungen vorläufig eingestellt. Eine Erzieherin soll eine Geldbuße von 500 Euro zahlen.

Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken hat nach einem Vorfall in der katholischen Kita "Kinderkirche St. Pirmin" in St. Ingbert, bei dem Anfang November ein Kleinkind schwer verletzt wurde, die Ermittlungen gegen zwei Erzieherinnen vorläufig abgeschlossen. Gegen die beiden Erzieherinnen wurde wegen des Tatvorwurfs der fahrlässigen Körperverletzung ermittelt. Einer konnte der Tatbestand nicht nachgewiesen werden. Der zweiten Erzieherin wurde zwar eine fahrlässige Körperverletzung nachgewiesen, die Ermittlungen werden aber aufgrund Schuld mindernder Umstände eingestellt, wenn die Frau eine Geldbuße von 500 Euro zahlt.

Im Schlafraum der St. Ingberter Kita wurde im November ein damals eineinhalbjähriger Junge von einem Zweijährigen in seinem Bett angegriffen und schwer verletzt. Nach Informationen unserer Zeitung wurde er etwa 15 Mal gebissen. Es fanden sich Bisswunden an den Gliedmaßen, am Rücken und ein Biss im Gesicht. Das Ohr des Jungen wurde gequetscht. Die Lippen waren aufgeplatzt, dass Lippenbändchen gerissen. Die Nase war stark geschwollen. Kratzspuren wurden auf den Augenlidern und im ganzen Gesicht festgestellt. Die Eltern des Jungen stellten nach dem Vorfall Strafanzeige. Die Staatsanwaltschaft nahm Ermittlungen gegen die für die Überwachung des Schlafsaals zuständigen Erzieherinnen auf, die erst nach der Attacke auf den weinenden Eineinhalbjährigen aufmerksam wurden. Mittlerweile hat sich der Junge von seinen körperlichen Verletzungen erholt.

Nach Angaben der Saarbrücker Staatsanwaltschaft gab es eine Absprache zwischen den beiden Erzieherinnen: Wer die Kinder ins Bett bringt, schaltet das Babyphone zur Überwachung des Raumes ein. Am Tag des Vorfalls vergaß die zuständige Erzieherin, das Babyphone einzuschalten. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft ist daher nur eine der beiden Erzieherinnen für den Vorfall verantwortlich zu machen. Schuld mindernd wurde ihr zugutegehalten, dass es einen solchen Vorfall noch nie gab und dass der zweijährige "Angreifer" noch nie auffällig gewesen sei.

Die Kinderkirche St. Pirmin hat sich nach eigenen Angaben nach dem Vorfall fachlich beraten lassen und sich zu einigen Veränderungen entschlossen. So ist seit dem Vorfall immer eine Erzieherin als Schlafwache im Raum anwesend. Des Weiteren ist geplant, ein Fenster in die Tür zum Schlafraum einzubauen.

Für die Eltern des verletzten Jungens ist der Fall mit der Entscheidung der Staatsanwaltschaft beendet. Sie wollen nicht zivilrechtlich gegen die Kita vorgehen.