Schluss war erst nach vier Zugaben

Applaus gab's reichlich, Lieder aus den verschiedensten Richtungen auch: Das Herbstkonzert des Becker-Chores überzeugte auch durch ein vielseitiges Repertoire, das beim Publikum sehr gut ankam.

Am Sonntag machte der Chor der Brauerei Becker, wie er genau heißt, seinem Publikum und sich selbst ein Geschenk. Denn bei dessen Herbstkonzert im Pfarrheim auf dem Hobels präsentierte er seine schönsten Lieder der letzten Jahre. Wie einem Flyer über den Chor zu entnehmen war, konnten sie diese bisher nicht nur dem heimischen Publikum zu Gehör bringen, sondern bei Konzertreisen über die Jahre auch Musikliebhabern in der Schweiz, in Tschechien, in Sachsen, am Rhein, in München, Hamburg, Gelsenkirchen und anderswo. Wie der Vorsitzende des Chores während des Konzerts verriet, freuen sich die Sänger bereits auf einen weiteren Auslandseinsatz im kommenden Jahr.

Dann nämlich eröffnen die St. Ingberter Sänger das Internationale Bierfestival im lettischen Riga. "Hier soll man ruhig wissen, was wir noch alles Dolles machen", sagte Bernd Jarolimek stolz. Obwohl die Konzerte des ehemaligen Werkschores der Becker-Brauerei immer gut besucht sind, hatten die Organisatoren am Sonntag wohl mit mehr Besuchern gerechnet.

Für den Chor wäre es sicherlich ein Lohn ihrer Leistungen, wenn die Reihen dicht besetzt gewesen wären. Doch sowohl Chor als auch Publikum hatten trotzdem einen vergnüglichen und unterhaltsamen Sonntagnachmittag, denn auch die Interaktion zwischen beiden trug neben den ausgewählten Titeln zur Kurzweil bei. "Froher Sängermarsch", "Chianti-Lied", "Memory", "Rot sind die Rosen", die "Capri-Fischer", "Aber dich gibt's nur einmal für mich", "La Montanara" und noch mehr Stücke, stellenweise mit Trompeten- und Tenor-Solo, ließen die Gäste zum Teil schon vor der Pause begeistert mitsingen. "Hört man Herbstkonzert, dann denkt man immer, es werden Lieder gesungen, die thematisch schon in den Advent gehen. Bei uns kommt jetzt aber erstmal brennend heißer Wüstensand", so Chorleiter Everard Sigal zu Beginn des zweiten Konzertteils, in dem einige Lieder von Reisen und Fernweh handelten.

Reisen und Fernweh

Aber auch von der Sehnsucht nach Hause und der "Kleinen Kneipe" um die Ecke. "Singen Sie mit", so Sigal, der das nicht als Frage ans Publikum verstanden wissen wollte, sondern als Aufforderung, der auch gerne nachgekommen wurde. Selbstverständlich durfte auch "Wenn das Bier im Humpen schäumt" nicht fehlen, schließlich müsse man ja "von dem singen, wo unser Chor eigentlich herkommt", wie es der Dirigent formulierte. Mit "Wo die Liebe lebt" und "Shenandoah" bewies der Becker-Chor, dass er auch "a-capella" und mit Bass-Solo gut "hörbar" ist, genauso wie mit der musikalischen Untermalung durch ein Akkordeon. Die Gäste schunkelten sogar mit, so dass sich die Frage, wie das Konzert gefallen hat, erübrigte. "Wenn es Ihnen nicht gereicht hat, dann wissen Sie, was Sie tun können", animierte der Chorleiter das Publikum, seine Meinung zum Auftritt in Applaus zu verpacken. Und der kam dann auch reichlich, mit lautstarken Bitten um Zugaben. "Wie Sie wollen", sprach der Dirigent, drehte sich zu seinem Chor um und legte sängerisch nach. Nicht eins , nicht zwei, sondern vier Lieder handelte das begeisterte Publikum heraus, unter Ihnen das "A-li-Be-Bi-Lied" und der obligatorische Bajazzo, mit dem ein Konzert des Becker-Chores erst vollständig ist.

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