Schlossberghöhlen in Homburg mit Besucherzuwachs

Weitere Pläne für Sehenswürdigkeit : Wieder mehr Besucher in den Höhlen

Seit Juli dürfen sich Besucher in den Schlossberghöhlen frei bewegen und können weitere Ebenen anschauen. Das kommt offenbar gut an. Fürs neue Jahr hat die Stadt weitere Ideen, etwa Angebote für Kindergeburtstage.

Es geht aufwärts bei den Besucherzahlen in den Homburger Schlossberghöhlen. Und Susanne Niklas, die Leiterin der Abteilung Kultur- und Tourismus, hat es auch ganz genau parat: Knapp 4000 Menschen mehr waren in diesem Jahr in den Buntsandsteinhöhlen unterwegs, die einst von Menschenhand geschaffen wurden. Nach 21 133 Höhlen-Besuchern im Vorjahr waren es 2018 insgesamt 25 117 Menschen, die sich hier umgeschaut haben. Ein wesentlicher Punkt, der hier für die Verbesserung gesorgt hat: die neuen Freiheiten, die Besucher seit Juli endlich haben, betont Niklas. Man darf die Höhlen nämlich jetzt wieder auf eigene Faust jenseits von Gruppenführungen erkunden. Zusätzlich wurde die zulässige Zahl der Gäste, die sich zeitgleich in den Höhlen aufhalten dürfen, von 120 auf 140 erhöht. Und man kann nun nicht nur die Ebene 10 erkunden, sondern auch die Ebenen 11 und 12.

Damit diese neuen Möglichkeiten in der als Besucherbergwerk eingestuften Anlage eröffnet werden können, hat die Stadt Video-Kameras installiert. Doch bis hier endlich soweit alles in trockenen Tüchern war, dass damit tatsächlich neue Freiheiten beim Besuch möglich wurden, musste ziemlich viel Geduld aufgebracht werden. Der Starttermin wurde immer wieder verschoben, manche glaubten schon kaum noch, dass sich hier irgendwann wirklich etwas tun würde. Warum das alles nötig war, erklärt ein Blick 15 Jahre zurück: Damals gab es einen Teileinsturz von größeren Brocken aus der Buntsandstein-Decke. Die Folge: Die Höhlen wurden 2003 komplett gesperrt, dann aufwendig saniert, im Frühjahr 2007 erneut geöffnet. Dennoch waren sie ab diesem Zeitpunkt nur zu besichtigen, wenn man sich einer Führung anschloss – und selbst dann auch nur in Teilen, unterwegs sein konnte man nämlich ausschließlich im häufig als Ebene 10 bezeichneten Stockwerk. Dieses war erst im Februar 2011 komplett inklusive Thronsaal freigegeben worden, so die Stadt. Zudem wurde festgelegt, dass sich nur noch 120 Menschen gleichzeitig im Raum aufhalten dürfen. Zuvor waren bei Veranstaltungen wie Lesungen oder Konzerten schon mal um die 200 bis 300 Leute zeitgleich in den Höhlen, so die Stadt. Die Erklärung für alle diese Vorgaben: Sicherheitsgründe.

Für die Zugkraft erwies sich das als negativ. Hatten sich direkt nach der Wiedereröffnung 2007 noch 36 000 Menschen für die Höhlen interessiert, war man 2009 schon bei 25 000 angelangt und landete ab 2010 bei maximal gut 20 000, hieß es schon in der Vergangenheit zu den Zahlen.

Jetzt also der erste vorsichtige Aufschwung. Das neue Angebot in den Höhlen werde gut angenommen, sagt Susanne Niklas. Beliebt seien hier auch die Stockwerke, die hinzugekommen seien, da sie „so urtümlich sind“. Der Charme der zusätzlichen Ebenen in den Höhlen liegt nämlich unter anderem darin, dass diese nicht so groß und vor allem hoch sind wie die bislang geöffnete Ebene zehn. Der Bergwerkscharakter soll hier stärker zutage treten. Die Gänge sind niedrig, größere Menschen müssen gebückt gehen. Als typisches Bild für den bisher zugänglichen Bereich hat sich der große Saal mit seinen Sicherheitseinrichtungen eingeprägt, die ihrerseits ebenfalls sehenswert sind.

Für Abteilungsleiterin Susanne Niklas auch ein Erfolg: 1500 Besucher seien mit der Saarlandkarte gekommen. Diese Karte werde von bestimmten Hotels – nicht alle machten mit –, aber auch Jugendherbergen an Gäste ausgegeben, die länger als eine Nacht im Saarland bleiben. Mit der Karte könnten dann viele Sehenswürdigkeiten und Angebote kostenlos – dazu zählen die Höhlen –, andere stark vergünstigt besucht beziehungsweise genutzt werden, erläutert Niklas.

Im Dezember und Januar sind die Höhlen nun erst einmal geschlossen. Fürs neue Jahr gebe es bereits Ideen zu Verbesserungen, kündigt Niklas an. So soll es zum Beispiel ein spezielles Angebot für Kindergeburtstage geben, eine Art Schatzsuche. Zudem sei eine kleine Ausstellung vorstellbar.