Schlingenlegen ist eine Sauerei

In der Literatur hat der Fuchs keinen allzu guten Ruf. Er gilt zwar gemeinhin als intelligent, aber das wird ihm eher geneidet, weshalb "Reinekes" Schläue als Verschlagenheit und Falschheit dargestellt wird. Auch Tollwut und Fuchsbandwurm sind nicht gerade dazu angetan, dem schönen Wildtier ein positives Image zu verschaffen

In der Literatur hat der Fuchs keinen allzu guten Ruf. Er gilt zwar gemeinhin als intelligent, aber das wird ihm eher geneidet, weshalb "Reinekes" Schläue als Verschlagenheit und Falschheit dargestellt wird. Auch Tollwut und Fuchsbandwurm sind nicht gerade dazu angetan, dem schönen Wildtier ein positives Image zu verschaffen. Dem Fuchs in Wald und Feld dürften solche Zuschreibungen durch den Menschen reichlich egal sein. Er lebt sein Leben wie jede andere Kreatur auf diesem Planeten. Niemand muss den katzenartigen Jäger mögen, besonders nicht, wenn er um sein Federvieh bangt. Dem Tier deshalb aber eine Schlinge auszulegen, wie dies diese Woche offensichtlich in Schüren geschehen ist, ist schlichtweg eine Sauerei. Förster Bodo Marschall hatte in der Redaktion mit deutlichen Worten geschildert, wie er das leidende Tier geschossen hat. Der Fuchs hing in einer Schlinge und röchelte nur noch. Die Erde um seine Hinterläufe war aufgescharrt vom vermutlich stundenlang währenden Versuch, der Bedrohung zu entkommen. Der Förster hat eine Anzeige gegen unbekannt erstattet. Das ist gut so. Wer mit fiesen Methoden versucht, ein unliebsamen Tier loszuwerden, und dessen Qualen billigend in Kauf nimmt, muss bestraft werden. Ein Kavaliersdelikt ist so ein Fall nämlich gewiss nicht. Auch wenn sich der Täter wahrscheinlich ganz schön schlau vorgekommen ist.