Schlackenbergstraße in St. Ingbert von Speditions-LKW zugeparkt

Verkehr : Hier kann es äußerst brenzlig werden

Extrem beengte Verhältnisse für den motorisierten Verkehr in der Schlackenbergstraße wegen behindernder Lkw.

Die Anlieger in der Schlackenbergstraße sind genervt und fühlen sich beengt. Grund sind nahezu 20 dort im öffentlichen Verkehrsraum abgestellte Lkw der Firma „Franz Müller Spedition“. Schon bevor Ende April das Insolvenzeröffnungsverfahren für die Firma eröffnet wurde, bestand diese Situation. Nun stellen die Anlieger einmal mehr die Frage nach der Rechtmäßigkeit des wilden Parkens, weil sie fürchten, dass die angespannte Parksituation noch länger andauert und so zum Dauerbrenner wird.

Der Lieferverkehr in der Schlackenbergstraße ist durch die Hindernisse auf der Straße zum Teil stark eingeschränkt. Biegt man um die Kurve, muss man schon als Fahrer eines Kleinkraftwagens aufpassen, nicht an Teilen der Anhänger hängenzubleiben. Das Problem, das es schon seit Jahren gibt, ist auch dem Ordnungsamt bekannt. Aber Bußgeldbescheide liefen ins Leere. Ebenso Anrufe beim Speditionsunternehmen. Der Vorwurf von dessen Nachbarn: Öffentlicher Parkraum wird durch die Spedition als kostenloser Stellplatz genutzt. Und das gegen geltendes Recht. Denn eine extra für den Kundenverkehr eingerichtete Parkmöglichkeit, die es erlaubt, mit dem Pkw hälftig auf dem Bürgersteig zu parken, gilt eben nur für diese. Seitdem die großen Zugmaschinen und Auflieger der Spedition in diesem Bereich parken, und das zum Teil gegen die Fahrtrichtung, ist die Verkehrssituation alles andere als entspannt. Wollen zwei Autos aneinander vorbei, muss meist ein Fahrzeugführer zurücksetzen, oder er weicht gleich ganz auf den Bürgersteig aus. Dabei kommt es immer wieder zu brenzligen Situationen. Außerdem wurden die Fußwege an vielen Stellen durch die schweren Laster beschädigt, es kam zu Ölverlusten der Zugmaschinen, wodurch das Pflaster oder der Asphalt verunreinigt wurden.

Die Anlieger wundern sich, dass nicht schon längst etwas passiert ist. Lkw-Auflieger stehen so umgünstig, dass Anlieger und Kunden Angst haben, sich die Seite ihrer Fahrzeuge an in den Straßenraum hineinragenden Metallteilen aufzureißen. Auch in dem Bereich der Schlackenbergstraße, der parallel zur Dudweilerstraße verläuft, stehen die Speditionsfahrzeuge. Da es der hügelige Straßenverlauf dort nicht an jeder Stelle zulässt, den entgegenkommenden Verkehr auf weite Sicht wahrzunehmen, ist das Fahren auf der jeweils rechten Straßenseite um so wichtiger, um gefährliche Begegnungssituationen zu vermeiden. Doch ein Ausweichen an den Fahrbahnrand ist aus besagtem Grund kaum möglich.

Die Anlieger fühlen sich machtlos. „Es muss ja nicht erst was passieren, bis da von offizieller Seite reagiert wird“, sagte ein Leser-Reporter im Gespräch mit der SZ. Noch bevor unsere Zeitung in die Recherche einstieg, bekamen wir einen Anruf, dass die Fahrzeuge im Auftrag des Insolvenzverwalters in Augenschein genommen und katalogisiert werden. Nun hoffen Mitarbeiter, Chefs und Kunden der umliegenden Firmen, dass das Ärgernis mit den unrechtmäßig abgestellten Lkw bald ein Ende nimmt.

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