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Schausteller zeigten dem Stadtteil erneut die kalte Schulter

Schausteller zeigten dem Stadtteil erneut die kalte Schulter

Rohrbach. Der Ortsrat hat in seiner jüngsten Sitzung auf Antrag der CDU nochmals ausführlich über die Rohrbacher Kirmes diskutiert. Nach wie vor treibt alle Fraktionen vor allem die Frage um, wie diese für Fahrgeschäfte attraktiv gemacht werden kann.Die Diskussion stützte sich auf ein umfassende Analyse, die die Abteilung "Bürgerservice und Ordnung" im St

Rohrbach. Der Ortsrat hat in seiner jüngsten Sitzung auf Antrag der CDU nochmals ausführlich über die Rohrbacher Kirmes diskutiert. Nach wie vor treibt alle Fraktionen vor allem die Frage um, wie diese für Fahrgeschäfte attraktiv gemacht werden kann.Die Diskussion stützte sich auf ein umfassende Analyse, die die Abteilung "Bürgerservice und Ordnung" im St. Ingberter Rathaus vorgelegt hatte. Demnach hatten für die diesjährige Kirmes zwölf Schausteller zugesagt. In zahlreichen Gesprächen habe sich die zuständige Stelle zudem bemüht, auch noch einen Autoscooter als "Leitgeschäft und Zugpferd" zu gewinnen. Letztlich sei die Beschickung der Kirmes trotz aller Bemühungen aber ähnlich dürftig ausgefallen wie im Vorjahr.So hätten auf dem Rohrbachhallenvorplatz nur ein Getränke- und Imbiss-Stand, zwei Warenausspielgeschäfte sowie das Entenangeln aufgebaut. Eine Ponybahn, die noch am Mittwoch vor der Kirmes zugesagt habe, sei hingegen ebenso ferngeblieben, wie ein Eis- und Süßwaren- sowie ein Crêpes-Stand, die fest eingeplant waren. Des Weiteren unterstrich die Stadt, dass in den Gesprächen mit Schaustellern deutlich geworden sei, dass "die Rohrbacher Kirmes für sie - zumindest in der jetzigen Form - unwirtschaftlich und damit uninteressant ist". In geringerem Umfang habe zudem eine Rolle gespielt, dass die angesprochenen Schausteller lieber an den zeitgleich in Saarbrücken und Merzig stattfindenden großen Oktoberfesten mit Kirmesbetrieb teilgenommen hätten. Für Ortsvorsteher Hans Wagner (Familien-Partei) war daher klar, dass man sich der Realität stellen müsse, dass Fahrgeschäfte auch mit größten Bemühungen nicht zur Rohrbacher Kirmes zu locken wären. "Daran ändert auch nichts, dass unser Dorffest für die Schausteller ein solcher Erfolg war, dass wir nächstes Jahr mit doppelt so vielen Fahrgeschäften rechnen können."Dem Eindruck, dass die Kirmes zumindest im Hinblick auf Fahrgeschäfte gestorben sei, wurde allerdings im Ortsrat auch heftig widersprochen. "Wir sollten unsere Kirmes nicht tot reden", meinte Petra Baltes (Familien-Partei). "Sie lebt, und wie. Unseren Kirmesumzug würden sich andere Orte wünschen." Auch CDU-Sprecher Jörg Schuh machte sich für die Kirmes stark: "Für die CDU hat die traditionelle Kirmes in Rohrbach weiter Priorität, ein Vergnügungspark am Dorffest darf nicht zu ihren Lasten gehen." Darüber hinaus kritisierte Schuh, dass bereits 2009 erfolgte Vorschläge, die Kirmes auf den Rohrbachhallenvorplatz zu verlegen, verschleppt und aus "parteitaktischen Gründen" sogar abgelehnt wurden. Auch eine beschlossene Arbeitsgruppe des Ortsrates zur Kirmes habe anders als später das Kirmes-Forum nie getagt.Vorschläge, wie es mit der Rohrbacher Kirmes weitergehen soll, gab es ansonsten viele. So soll das Kirmes-Forum ebenso wiederholt werden wie Verhandlungen mit dem Männerchor 1860, ob dessen Kerwesingen nicht doch auf den Rohrbachhallenvorplatz verlegt werden können, um so eine angestrebte Flaniermeile an den Kirmestagen zu erreichen. schet