Schaurig-schöner Halloween-Abend

In den Vereinigten Staaten von Amerika mag Halloween groß geworden sein. Aber in Blieskastel hat sich der Grusel-Abend zum Kult entwickelt. Die Barockstadt war am letzten Tag im Oktober wieder das Zentrum aller Vampire, Hexen und Untoten aus der Region.

Am Donnerstag mussten die Autofahrer in Blieskastel Geduld haben, denn die Halloween-Veranstaltung hatte nicht nur die Altstadt mit Menschen gefüllt, sondern auch für lange Staus in den Zufahrtsstraßen gesorgt. Im Kreisel am ehemaligen Finanzamt, wo es sonst rund geht, gab es an diesem Nachmittag schon ab 16.30 Uhr nur noch Schritttempo für die Autofahrer. Die Halloween-Veranstaltung in Blieskastel folgt einer langen Tradition, der Blieskasteler Gewerbeverein hat die Veranstaltung schon vor mehr als zehn Jahren ins Leben gerufen und seit dieser Zeit erfreut sie sich größter Beliebtheit. Selbst groß angelegte Veranstaltungen in Nachbarstädten können der Blieskasteler Veranstaltung nichts anhaben. Schon bei beginnender Dunkelheit ist in den Altstadtstraßen kein Durchkommen mehr, und an den Versorgungsständen müssen hungrige Geister Geduld beweisen, so zum Beispiel an den Imbissbuden auf dem Paradeplatz, wo die Menschen in langen Schlangen anstanden, um eine Rostwurst kaufen zu können. Schon um 16 Uhr ging es beim Schutzengelverein los, im Zelt auf dem Paradeplatz waren der Vorsitzende Klaus Port und seine vielen Helferinnen und Helfer damit beschäftigt, kleine Halloween-Geister zu schminken, andere waren mit dem Herstellen schöner Rummelboozen beschäftigt.

Um diese Uhrzeit war bei einem kleinen Stadtrundgang die Vielfalt der Angebote noch gut erkennbar, so konnte man an den Verkaufsständen die Halloween-Sonderangebote wahrnehmen. Besucher fanden "heißen Bliesgauhorror", Augapfelsaft mit frischen Augäpfeln und Hexendreck, Vampir-Hirnshooter und "Bliesgaublut" - frisch gezapftes Vampirblut mit Augäpfeln. Doch zunächst war für die Kinder der Sturm auf die Geschäfte angesagt, "Süßes oder es gibt Saures" forderten sie und erhielten widerstandslos feine Süßigkeiten von den Geschäftsinhabern. Wie in Blieskastel schon Tradition, waren die Schaufenster halloweenmäßig geschmückt. Im Familienzentrum hatte Klaus Rinck spannende Geschichten ausgesucht, die er in der Gruselstunde der Stadtbücherei vorlas, am Herkulesbrunnen trafen sich die Kinder zu gruseligen Stadtführungen durch die dunklen Altstadtgassen. Am Paradeplatz hatten sich die Damen der Gruppe Fleurs de Baroques in grün-leuchtende Hexen verwandelt, die, unterstützt von rund 50 Hexen aus Hettenleidelheim, Vinningen, Rodalben und Grünstadt, zum Hexenumzug aufbrachen. Der wurde nach langer Tradition von Martin Dauber angeführt. Er wurde begleitet von zahlreichen Kindern, die in der Woche vor Halloween zusammen mit dem Blieskasteler Künstler Karl-Heinz Hillen und der städtischen Jugendpflegerin Sandy Will ihre Stockpuppen hergestellt hatten. An der Horrorwand vor der Volksbank konnten sich die Geister fotografieren lassen. Ein Feuerwerk vom ehemaligen Schloss aus verkündete das Ende der Veranstaltung in Blieskastel.

Zum Thema:

Auf einen BlickDie städtische Beigeordnete Brigitte Adamek-Rinderle und Veronika Kiesel aus Niederwürzbach hatten die schwierige Aufgabe, aus dem großen Angebot an toll geschmückten Geschäften und Ständen die besten auszusuchen. Sie vergaben den ersten Preis an die Gaststätte Ackermann, den zweiten Preis an den Stand des Schutzengelvereins und den dritten Preis an Melitta Reitnauer für ihren Stand auf dem Paradeplatz. Schließlich konnten sich Marvin Uhl, Celina Motsch, Tim Zäh, Tim Walch und Jason Benner über jeweils einen Bliestaler für die schönsten Rummelboozen freuen. fb