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Ehrenamtliche Bürgermeisterin in St. Ingbert : Sachorientiert, gut vernetzt und unbelastet

Ehrenamtliche Bürgermeisterin in St. Ingbert : Sachorientiert, gut vernetzt und unbelastet

Nadine Müller wurde gestern als ehrenamtliche Bürgermeisterin St. Ingberts offiziell vorgestellt.

Ihre anfängliche Unsicherheit ist verflogen, die ersten Termine als Vertreterin von Oberbürgermeister Hans Wagner hat sie bereits hinter sich. Bei der offiziellen Vorstellung der ersten Bürgermeisterin Nadine Müller (CDU) im St. Ingberter Rathaus, zeigte sich die Rentrischerin gut gelaunt. „Ich musste mich erst einmal einfinden und mit den Vorgängen vertraut machen“, sagte sie gestern, „aber es hat Spaß gemacht.“ Auch wenn sie „mit beiden Füßen rein gesprungen ist“ in ihre neue Aufgabe.

Dass Müller – anders als ihr Vorgänger Pascal Rambaud (CDU) – offiziell vorgestellt wird, erklärte Wagner mit „einem unbelasteten Verhältnis“ zu ihr, „weil sie im Stadtrat in Diskussionen immer fair und sachlich aufgetreten ist“. Dies scheint auch ihr Leitmotiv zu sein: „Es ist viel wert, wenn man weiß, dass man miteinander arbeiten kann. Nur so macht das auch Sinn: sachlich, nicht über persönliche Grenzen hinweg.“ Schließlich gehe es darum, „für die Bürger da zu sein und etwas zu bewegen“, sagte Müller, die durch ihre langjährige Arbeit im Ortsrat Rentrisch und im Stadtrat keine Unbekannte mehr ist.

Ab kommendem Schuljahr übernimmt sie die Leitung der Dependance Hassel der Rohrbacher Grundschule. Neben ihrem Interesse und Engagement in unzähligen Sport- und Kulturvereinen definiert ihr Beruf den Schwerpunkt ihrer politischen Arbeit: Bildung, Kultur und Soziales. Dabei sei ihr wichtig, unabhängig von Parteifragen, Projekte und Konzepte so anzugehen und zu erarbeiten, „dass alle davon profitieren“, sagte sie.

Durchaus überraschend ist, dass ihr – trotz des „unbelasteten Verhältnisses“ – von OB Wagner kein Aufgabenbereich zugeteilt wurde. Grund seien, „die Sparbemühungen der Stadt“, sagte Wagner. Demnach könnten etwa 180 000 Euro eingespart werden, wenn die Stadt darauf verzichte, den vier Beigeordneten einen Aufgabenbereich zuzuteilen.

An ihrem Tatendrang ändert dies nichts. Auch das Mehr an Zeit und Aufwand scheut sie nicht: „Ich bin privat ungebunden. Das erlaubt mir, mich frei zu entfalten“, sagte sie und lacht. Offen für alle Themen hoffe sie aber gerade jetzt, wenige Monate vor den Kommunalwahlen, sachorientiert arbeiten zu können. Für die OB-Wahl sei die CDU noch in der Kandidatenfindung. Sie habe einen Wunschkandidaten, den sie gerne unterstützen würde. Auf ihre eigene Person angesprochen sagte sie zurückhaltend: „Ich bin nicht im Gespräch, aber vor ein paar Monaten habe ich auch nicht daran gedacht, Bürgermeisterin zu werden.“