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Kolumne Unsere Woche: Sachlichkeit ist in den nächsten Monaten gefragt

Kolumne Unsere Woche : Sachlichkeit ist in den nächsten Monaten gefragt

Die neue Bürgermeisterin Nadine Müller steht für sachorientierte Arbeit. Bis zur Kommunalwahl 2019 bleiben aber nur noch neun Monate.

Sie ist jung, ungebunden, unbelastet und vor allem wird Nadine Müller nachgesagt, auf einer ganz sachlichen Ebene zu diskutieren und zu arbeiten. St. Ingbert hat nach dem Wechsel von Pascal Rambaud (CDU) in die Kreisgeschäftsstelle eine neue ehrenamtliche Bürgermeisterin. Mit einer Zweidrittel-Mehrheit wurde sie am 21. Juni vom Stadtrat zur 1. ehrenamtlichen Beigeordneten gewählt und diese Woche offiziell vorgestellt.

Eine Rentrischerin, die hier geboren, zur Schule gegangen und wie sie sagt zum Studium „maximal vier Tage die Woche“ nach Karlsruhe gefahren ist. Manch einer würde es mit Bürgernähe beschreiben, dass sie gleich nach ihrem Studium – ganz saarländisch – direkt zurückgekommen ist. Aber es zeigt neben ihrem Engagement in den Kultur- und Sportvereinen vor allem eines: wie sehr sie hier verwurzelt ist.

Ihr Vorgänger Pascal Rambaud beschreibt Nadine Müller als eine, die „sachorientiert arbeitet, schnell überall durchsteigt und unglaublich gut vernetzt ist“. So bringt sie wohl nicht nur die Voraussetzung mit, wie sie selbst sagt, „etwas bewegen zu wollen“. Mit ihr als Bürgermeisterin scheint auch die Hoffnung einher zu gehen, dass nun die Sachlichkeit einzieht und Ruhe einkehrt. Dass bei allen politischen Differenzen kein Raum bleibt, für persönliche Angriffe. Erst Recht im Hinblick auf die kommenden Monate.

Sich quasi kurz vor der anstehenden Kommunalwahl am 26. Mai 2019 dieser Aufgabe zu stellen, bedarf einer ordentlichen Portion Idealismus und Mutes oder eines gesunden Selbstbewusstseins. Vielleicht sogar noch mehr. Denn auch wenn Oberbürgermeister Hans Wagner von einer bislang „unbelasteten“ Zusammenarbeit spricht, bis zur Wahl im kommenden Jahr bleiben noch neun Monate und die Frage: Wie sachlich wird sich in den Monaten des Wahlkampfs arbeiten lassen? Es wäre ihr und den St. Ingbertern zu wünschen.